Tipps und Empfehlungen
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Netikette des LFV NDS
- Umgangsformen und der Dienstweg im Internet -
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Nicht die feine elektronische Art, was da Anfang des Jahres der Netzgemeinde zugmutet wurde: An alle Adressen im E-Mail-Verteiler wurde eine Meldung geschickt. Als Anhang gab es eine Grafik, Größe: elf Megabytes. Für normale Modem-Surfer bedeutete das: Eine halbe Online-Stunde und damit mindestens 1,50 Mark sinnlos verschwendet - und das für ein nichtssagendes Porträtfoto.
Wesentlich informativer war da schon eine E-Mail, die die Deutsche Bank unlängst an Privatanleger versendete: Der Kopf des elektronischen Rundbriefs enthielt die E-Mail-Adressen sämtlicher Empfänger, inklusive der elektronischen Briefkästen vieler deutscher Chefetagen. Natürlich vergingen nur wenige Minuten, bis die Nadelstreifenfraktion mit reichlich nicht - geschäftsrelevanten Mails bombardiert wurde.
Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie sorglos im Alltagssleben noch immer mit elektronischer Post umgegangen wird. Doch die Zeiten, in denen das Internet noch ein anarchisches Medium war, sind vorbei. "Heutzutage gibt es Regeln, auch zum Thema E-Mail" - Und diese Regeln, die so genannte Netikette, sollte man/frau tunlichst beherrschen.
Ein guter E-Mail-Stil fängt schon bei der Betreffzeile an. Bandwürmer wie "Re: Re: Re: Ihre Mail vom..." verleiten den Empfänger kaum zum Lesen der Mail. Stattdessen sollte ein aussagekräftiger Betreff eingegeben werden, auch bei Antwortmails. Außerdem verboten: Die hyperinflationäre Verwendung der Prioritätsfunktion. Spätestens wenn neben allen Mails zum x. mal in der Eingangsbox das Fähnchen für "superwichtig" flattert, hat der Hinweis seine Wirkung eingebüßt.
Weitere Fettnäpfchen lauern im Text. Selbst angegraute Verfasser lassen sich vom jungen Medium oft zu einem Pennälerstil hinreißen. "Da wird drauflosgehackt, ohne Anrede, Rechtschreibung und Grammatik - das reinste Zlatko-Deutsch. Einen Gefallen tun sich diese Zwangsjugendlichen damit nicht.
Grundsätzlich sollten E-Mails nämlich wie normale Geschäftspost verfasst werden, knapp, verständlich und nach den Regeln des Dudens. Das Wichtigste sollte am Anfang stehen, die Absätze nicht länger als vier bis acht Zeilen sein. Smileys :-) oder gängige Abkürzungen wie MfG (mit freundlichen Grüßen) sind wohl dosiert durchaus erlaubt. Die US-Sitte, in E-Mails jedermann automatisch zu duzen, dagegen nicht.
Ein weiteres Ärgernis mit der E-Post ist das automatische Anführen der Originalnachricht bei einer Antwort. Oft müssen sich Empfänger dann durch mehrere Seiten ihrer eigenen Botschaft quälen, um am Ende den knappen Hinweis "finde ich auch!" zu entdecken. Also: Nur bei kurzen Mails die ursprüngliche Nachricht zitieren.
Einen besonders argen Verstoß gegen die Netikette gibt es häufig am Ende der Mail: überlange Signaturen. Sie sollten eigentlich nur Adresse und Telefonnummer des Absenders enthalten. Manche Firmen jedoch nutzen die Signatur für Werbung oder seitenlange Rechtsbelehrungen: "...lesen Sie diese Mail nicht, wenn Sie nicht der Empfänger sind", lautet ein gängiger Hinweis - sinnigerweise erst am Ende des Textes positioniert. Es gibt übrigens einen ganz pragmatischen Grund, die Signatur kurz zu halten: "E-Mails werden häufig noch von der Sekretärin ausgedruckt dem Chef vorgelegt und bei langen Signaturen passt die Telefonnummer des Absenders oft nicht auf das Blatt" - und geht verloren.
Das wohl größte E-Mail-Ärgernis sind Anhänge. Mal sind sie zu groß, mal in unbekanntem Format. Außerdem verstecken sich hier am häufigsten Viren. Bei angehängten Word-Dokumenten etwa hört deshalb für viele der Spaß auf: "Der Absender solcher Mails ist kein Geschäftspartner für uns". Also: keine Anhänge verschicken, schon gar nicht über 0,5 Megabytes. Die bessere Lösung, "Setzen Sie einfach einen Link zu dem Dokument auf Ihrer Web-Seite."
Übrigens: Auch die E-Mail-Adresse selbst ist im elektronischen Postverkehr ein Teil der Botschaft. Ein Postkasten bei T-Online oder AOL verrät oft den kleinen Krauter mit Heimbüro, genauso wie kostenlose E-Mail-Adressen von Hotmail, Yahoo oder Firemail. So praktisch diese anonymen Dienste zum Flirten in Single-Chatrooms auch sein mögen: "Standard ist z.B. die E-Mail-Adresse mit eigener Feuerwehrdomain". Wer also Adressen wie z.B. Müller68@hotmail.com in der Feuerwehr verwendet, hinterlässt einen unseriösen und wenig medienkompetenten Eindruck. Hier gleichen sich digitale und reale Welt - oder würden sie einer Firma vertrauen, die eine Postadresse "c/o Lieschen Müller" (Wir haben nichts gegen den Namen Müller!) hat?
Hier nun der Knigge fürs Web unsere "Netikette der Feuerwehr"
1. |
Name, Ortsfeuerwehr, Samtgemeinde, Gemeinde, Stadt, Landkreis Kreisfeuerwehrverband - Regierungsbezirk | |
2. |
Es ist unbedingt der Dienstweg einzuhalten | |
3. |
Aussagekräftige Betreffzeile wählen | |
4. |
kurz fassen, das Wichtigste zuerst schreiben | |
5. |
Zeilen und Absätze kurz halten | |
6. |
die ursprüngliche Nachricht nur bei kurzen Mails zitieren | |
7. |
nur Adresse und Telefonnummer in die Signatur aufnehmen | |
8. |
keine Anhänge über 0,5 Megabyte verschicken, schon gar nicht ohne Vorankündigung | |
9. |
bei Massen-E-mails die Kopieempfänger unkenntlich machen. | |
10. |
Angabe der E-mail Adresse |
Muster der Eingabeseite des LFV
1. |
Name | |
2. |
Vorname | |
3. |
Strasse | |
4. |
PLZ | |
5. |
Wohnort | |
6. |
Stadt / Gemeinde / Samtgemeinde | |
7. |
Landkreis | |
8. |
Kreisfeuerwehrverband | |
9. |
Ist der Dienstweg eingehalten? ja Nein | |
10. |
e-mail Adresse |