15.02.2019 – Vom Jugendfeuerwehr-Wimpelträger zum Städtischen Branddirektor

15.02.2019 – Vom Jugendfeuerwehr-Wimpelträger zum Städtischen Branddirektor

Traum-Feuerwehr-Karriere des Loccumer Gero Droste in Dortmund

Loccum (LK Nienburg). „Wer aus der Jugendfeuerwehr hervorgeht, der macht seinen Weg im Leben“ lautet ein oft zitierter Satz in Feuerwehrkreisen. Dass sich dieser Ausspruch nachweislich immer wieder als berechtigt erweist, macht ein weiteres Beispiel aus der Freiwilligen Feuerwehr Loccum deutlich. Der Loccumer Gero Droste (44), der familiär und auch feuerwehrseitig im altehrwürdigen Klosterort Loccum verwurzelt und aus der heimischen Jugendfeuerwehr und dem anschließenden sehr aktiven Dienst und Einsatzerfahrungen der heimischen Feuerwehr und auf Kreis-Nienburger-Feuerwehrebene hervorgegangen ist, ist seit 2004 Berufsfeuerwehrmann bei der Stadt Dortmund (601800 Einwohner). Er ist auf seiner beachtlichen Feuerwehr-Karriereleiter dort zum Städtischen Branddirektor ernannt worden.
Gero Droste trat nach Erreichen des 10. Lebensjahres 1984 in die Jugendfeuerwehr (JF) der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Loccum ein. Schon bei der ersten Mitgliederversammlung der JF übernahm der 10-Jährige ein traditionelles Amt in der JF Loccum. Hier ist es seit Gründung der Nachwuchsabteilung der FF Loccum 1974 üblich, dass das kleinste Mitglied zum Wimpelträger ernannt wird. Innerhalb von fünf Jahren schaffte es der lebhafte Junge dann mit Einsatzfreude, Engagement und großem Interesse sich über die Ämter des Wimpelträgers und des Schriftführers zum Jugendgruppenleiter im Jahr 1990 „hochzudienen“. Er trat damals in dieser Funktion in die Fußstapfen seines großen Bruders Marcus. 1992 trat Gero dann mit 18 Jahren in die Einsatzabteilung der FF Loccum über.
Parallel lief natürlich auch die schulische Ausbildung; 1981 – 1985 Grundschule Münchehagen, 1985 – 1987 Orientierungsstufe Loccum (so etwas gab es auch einmal), 1987 – Juni 1994 Gymnasium Stolzenau mit dem Abschluss: „Allgemeine Hochschulreife“.
Doch bevor er die Möglichkeit eines Studiums in Anspruch nahm, folgte er dem beruflichen Beispiel seines Vater Adolf Droste und machte von August 1994 bis Januar 1996 eine Handwerkslehre zum Zimmermann bei Dipl.-Ing. W. Strohmeyer in Stolzenau, erwarb den Gesellenrief und arbeitete dann bei seinem Ausbildungsbetrieb bis Septemer1996 als Geselle.
Im Oktober 1996 trat Gero Droste dann ein Studium des Bauingenieurwesens an der Universität Hannover an mit Vertiefungsrichtung „konstruktiver Ingenieurbau“ an. 2001 schloss er sein Studium mit dem akademischen Grad „Diplom-Ingenieur“ ab. Von Januar2002 bis März 2004 war er dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bautechnik und Holzbau ab der Universität Hannover beschäftig. Seine damalige Stelle fiel seinerzeit dann den Sparmaßnahmen des Landes zum Opfer.
Seine Feuerwehrtätigkeit in Loccum setzte er neben Schule, Handwerkslehre und -beruf, Studium und Tätigkeit an der Universität regelmäßig fort und absolvierte auch erfolgreich diverse Feuerwehr-Fach- und Führungslehrgänge. Von 1993 bis 2001 verpflichtete sich Gero Droste neben dem Feuerwehrdienst in der heimischen Feuerwehr zur Mitarbeit im Erweiterten Katastrophenschutz bei der Technischen Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Nienburg zur Erfüllung der Wehrpflicht. Anschließend blieb er jedoch zur weiteren freiwilligen Mitarbeit in der TEL des Landkreises Nienburg, wirkte dabei als stellvertretender Leiter der TEL und Sachgebietsleiter S2 (Lage) bis 2006 als Mitarbeiter in dieser wichtigen Einrichtung mit. Aufgrund seiner diversen speziellen Tätigkeiten in der FF Loccum und der TEL des Landkreises Nienburg war im Laufe der Zeit mehrfach bis zum Oberlöschmeister befördert worden. Und dieses Dienstgrad führt er bis heute noch weiterhin als Mitglied der FF Loccum.
Eine weitere ehrenamtliche Tätigkeit soll nicht verschwiegen werden, nämlich seine Tätigkeit im Fachbeirat des Fachbereiches Bauingenieurwesen an der Universität Hannover, Mitarbeit in verschiedenen Kommissionen und als Kassenwart.
Nach der unerwarteten Beendigung der Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UNI Hannover im März 2004 musste sich beruflich anders orientieren. Zufällig kam ihm eine Anzeige des Deutschen Städtetages in die Hand, dass die Berufsfeuerwehren (BF) in Deutschland qualifizierte Mitarbeiter suchten. Da er die laut Anzeige geforderten Voraussetzungen für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst erfüllte, schickte er zunächst eine Bewerbung nach Hannover, doch dort waren die Stellen schon vergeben. Weitere Bewerbungen an Berufsfeuerwehren vor allem in NRW gingen auf den Weg. Bei der BF Dortmund bekam Gero Droste dann eine Zusage, sodass er dort schon im April 2004 als Brandreferendar übernommen wurde.
Während der zweijährigen Berufsfeuerwehr-Fachausbildung, April 2004 bis Juli 2006, absolvierte Droste vorgeschriebene Ausbildungsabschnitte bei anderen BF und auch Verwaltungen und zwar bei den BF in Bochum und Hamburg, der Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen und der Bezirksregierung Köln. Am 12. Juli 2006 bestand er mit sehr gutem Erfolg die Brandassesorenprüfung und wurde bei der BF Dortmund zum Städt. Brandrat zur Anstellung (Beamtenverhältnis auf Probe) ernannt. Bereits ab Juni 2006 wurde er zum Leiter der Sachgruppe „Einsatzleitung und Einsatzvorbereitung“ und gleichzeitig stellvertretenden. der Abteilung „Einsatz der Feuerwehr Dortmund“ bestellt. Diesen Dienstposten übte Droste bis April 2015 aus. Im Juli 2009 erfolgte die Ernennung zum Städt. Brandrat (Beamtenverhältnis auf Lebenszeit) Bereits am 1. Oktober 2010 wurde er erneut befördert und zum Städt. Oberbrandrat ernannt.
Von Mai 2015 bis Juli 2017 war er Leiter des „Zentralen Personalmanagements“ der Feuerwehr Dortmund und stellv. Bereichsleiter der Abteilung „Personal, Organisation und Finanzen“. Im August 2017 wurde Gero Droste die Leitung der Brandschutzdienstelle der Stadt Dortmund übertragen, gleichzeitig das Amt des Bereichsleiters für „Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz“ der Feuerwehr Hannover. Und auf diesem Dienstposten wurde er im Mai 2018 zum Städt. Branddirektor ernannt.
Die Berufsfeuerwehr Dortmund hat insgesamt rd. 800 Feuerwehrbeamte. Davon 8 im höheren Dienst, 78 im gehobenen und 715 im mittleren Dienst. Die Führungs- und Leitungsebene liegt in den Händen der vorstehend genannten 8 Feuerwehrbeamten des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes. Die Leitung der Feuerwehr Dortmund liegt in den Händen des Direktors der Feuerwehr, Dipl.-Ing. Dirk Aschenbrenner (stammt aus Meppen). Dessen Stellvertreter ist Leitender Branddirektor, Dipl.-Ing. Detlef Harries (stammt aus Hameln). Es folgen 5 Fachbereichsleiter mit Dienstgrad Branddirektor und einer davon ist der Loccumer Gero Droste. Ferner gehört zu diesem Führungsteam noch als Achter ein Beamter mit Sonderaufgaben. Bleibt noch festzustellen, dass mit den beiden Chefs der Dortmunder Feuerwehr und dem Loccumer Dipl.Ing. Gero Droste drei Niedersachsen an verantwortlicher leitender Stelle der Feuerwehr Dortmund tätig sind.
Alle, die Gero Droste kennen, vor allem auch seine Mutter Ingrid Droste und die jüngeren Brüder Gero und Florian, frühere Nachbarn und seine Feuerwehrkameraden/innen besonders auch in Loccum freuen sich über die Leistungen und umfangreichen verschiedenen beruflichen wie auch ehrenamtlichen Tätigkeiten und Erfolge. Alle sind berechtigterweise stolz auf den Mann aus ihrer Familie bzw. ihren Reihen. Trotz aller Erfolge hat Gero Droste sich aber seine bekannte und geschätzte Aufgeschlossenheit, seine Bodenständigkeit, seine Natürlichkeit, seine Ehrlichkeit, sein Engagement beruflich wie ehrenamtlich, seine Fröhlichkeit und auch seine Liebe zur Heimat immer erhalten. Und das macht seine allseitige Anerkennung, Wertschätzung und Beliebtheit aus! Er ist immer gern gesehener Gast, wenn er zu verschiedensten Anlässen in seinem Heimat- und Klosterort, auch bei Feuerwehrveranstaltungen, zu Besuch ist.
Bei einer geselligen Beförderungsfeier von Gero Droste in Dortmund mit seinen Kolleginnen und Kollegen waren auch sein Bruder Marcus sowie der frühere Landesgeschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen sowie Freund und Förderer des neuen Städt. Branddirektors in Dortmund, Hans Rösner, mit dabei. Er überbrachte Grüße aus Loccum und ließ in humoriger Weise den Feuerwehrwerdegang von Gero Droste zur Freude aller Anwesenden und seines stellvertretenden Chefs, Leitender Branddirektor Detlef Harries, Revue passieren, wobei die Angelegenheit des einstmals kleinsten JF-Mannes und Wimpelträgers Sonderapplaus auslöste. Als Geschenk überreichte Rösner die aktuelle Chronik des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen vom 150-jährigen LFV-Jubiläum 2018. Bei dem lockeren Beisammensein konnte auch in Gesprächen mit Kollegen von Gero Droste die Anerkennung seiner fachlichen Leistung, seiner Frohnatur sowie Wertschätzung und Beliebtheit registriert werden. Bruder Marcus Droste stellte ergänzend fest: „Wie schön, dass Gero beruflich jetzt an einer Stelle angekommen ist, die ihm liegt und für die er durch seine Lehre zum Zimmermann und sein Bauingenieur-Studium gut qualifiziert ist.“ Und er vergaß auch nicht zu erwähnen: „Von den Erfahrungen in der FF Loccum profitiert er heute noch, gerade wenn er in dienstlicher Eigenschaft und Zuständigkeit auch für Dortmunder Freiwillige Feuerwehren Beförderungen und Ehrungen vorzunehmen hat. Ich bin sicher, dass die Kameraden in Dortmund auch merken, dass Gero weiß, wovon er redet.“
Es bleib aber noch unbedingt nachzustellen -sonst wäre alles Beschriebene nicht vollständig-, dass die Droste Brüder nicht nur ihre Blutsverwandtschaft verbindet, sondern auch in besonderem Maße das gleiche „Feuerwehr-Gen“: Markus Droste, Pastor, ist freiwilliger Feuerwehrmann, mit Dienstgrad „Erster Hauptfeuerwehrmann“ in den Freiwilligen Feuerwehren Salzbergen aber auch Loccum sowie Feuerwehrhistoriker, und Florian Droste ist freiwilliger Feuerwehrmann mit Dienstgrad „Löschmeister“ der Freiwilligen Feuerwehr Loccum, aktive Einsatzkraft, aber auch engagierter Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Loccum und Stadtjugendfeuerwehrwart für die Stadt Rehburg-Loccum. Super, dass es so etwas heute noch in unserer hektischen und schnelllebigen und oft nur selbstbezogenen Zeit noch gibt.

Text: Hans Rösner

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