18.02.2021 – Pressemitteilung der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen (FUK)

18.02.2021 – Pressemitteilung der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen (FUK)

Umfrage: Gewalt gegen Einsatzkräften in den niedersächsischen Feuerwehren

Jede dritte Einsatzkraft der Freiwilligen Feuerwehren war schon Gewaltattacken ausgesetzt.

Dass Übergriffe gegen Einsatzkräfte zugenommen haben, wird nicht nur demjenigen ersichtlich, der die Medien aufmerksam verfolgt. Fast jeden Tag gibt es Meldungen, dass Einsatzkräfte, egal ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, verbaler und leider auch körperlicher Gewalt ausgesetzt sind – die sogar zu dauerhafter Erwerbsminderung von Einsatzkräften geführt hat (die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen – FUK – zahlt in zwei Fällen entsprechende Renten).

Die FUK als der für die Feuerwehren zuständige gesetzliche Unfallversicherungsträger hat die landesweite Umfrage „Erfahrungen mit Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen in den Freiwilligen Feuerwehren in Niedersachsen“ durchgeführt – die erste Umfrage dieser Art überhaupt. Die Ergebnisse zeigen: Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer  und – teilnehmerinnen hat in den letzten zwei Jahren bereits Erfahrungen mit Gewalt machen müssen. Mit Abstand am häufigsten spielen dabei Beschimpfungen und Beleidigungen mit Worten und Gesten eine Rolle, erwartungsgemäß zunehmend in den sozialen Medien. Allein die Hälfte dieser verbalen Attacken erleben die Feuerwehrfrauen  und –männer in Zusammenhang mit von ihnen vorgenommenen Absperrmaßnahmen im Straßenverkehr. Interessant: Die Täter sind fast ausnahmslos Einzelpersonen, gruppendynamische Eskalationen und Alkoholeinfluss der Täter spielen praktisch keine Rolle. Jeder 5. der Umfrageteilnehmenden beklagt, dass Taten juristisch zu wenig verfolgt werden. „Das treibt die Kameradinnen und Kameraden zunehmend in die Resignation“, sagt der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse. Und fügt hinzu: „Dass denjenigen, die den uneingeschränkten Respekt der Gesellschaft verdienen, dieser Respekt versagt wird, ist schwer zu ertragen.“

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Unser Feuerwehrmänner und -frauen stellen die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der niedersächsischen Wehren jeden Tag erneut unter Beweis – auch in diesen vielfach herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken! Diese Einsatzbereitschaft wird leider nicht immer angemessen belohnt, die Umfrage-Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Unsere Feuerwehren sind massiven Belastungen ausgesetzt, die weit über ihren eigentlichen Einsatzbereich hinausgehen. Uns muss es also zum einen gelingen, die Anfeindungen zu minimieren, und zum anderen deren Auswirkungen so gut es geht einzudämmen. Denn hier geht es um Menschenleben: zunächst um das der Feuerwehrmänner und -frauen, dann aber um das der Bevölkerung, die die Einsatzkräfte in der Not braucht.“

Im Rahmen ihres Präventionsauftrages wird die FUK nun das Thema „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ in den Fokus nehmen. Neben Seminaren zu Deeskalationsstrategien soll es eine stärkere Vernetzung mit den Ausbildungsinhalten des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz geben.

Weitere Fragen beantwortet Ihnen:

Thomas Wittschurky, Tel.: 0511 9895-430/ Mobil: 01511 2106638

E-Mail: wittschurky@fuk.de

Die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen (FUK)

Die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger für Personen in Feuerwehreinrichtungen des Landes Niedersachsen. Mit ihren rund 200.000 Versicherten ist sie Deutschlands größte Feuerwehr-Unfallkasse.

Zu den versicherten Personen zählen neben den aktiven Feuerwehrangehörigen auch die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren, der Alters- und Ehrenabteilungen sowie der musiktreibenden Züge als Bestandteil der Feuerwehr.

Die FUK führt innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches das Sozialgesetzbuch VII  (SGB VII) aus, das die gesetzliche Unfallversicherung regelt. Sie ist also keine Privatversicherung, mit der man Verträge abschließt, sondern ihr Handeln ist ausschließlich am SGB VII orientiert.

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