18.11.17 – Große Dienstbesprechung 2017 der Regionsfeuerwehr

18.11.17 – Große Dienstbesprechung 2017 der Regionsfeuerwehr

Zukunftsthemen wie die Ausbildungssituation an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und
Katastrophenschutz (NABK) sowie notwendige Investitionen in die Ausstattung der Freiwilligen
Feuerwehren bestimmen die Führungskräftetagung der 20 Stadt- und Gemeindefeuerwehren
sowie 206 Ortsfeuerwehren der Region Hannover mit fast 300 Teilnehmern.

Am Sonnabend, den 18.11.2017 fand im Haus der Region die „Große Dienstbesprechung 2017 der Regionsfeuerwehr“ statt. Hier trafen sich die Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister sowie deren Stellvertreter
der 20 Städte und Gemeinden des Umlandes der Region zu Ihrer Jahrestagung. Sie vertraten die
8.881Einsatzkräfte der 206 Ortsfeuerwehren, die den Brandschutz für die 644.846 Einwohner der Region
Hannover an 365 Tagen im Jahr sicherstellen. Eine Reihe von Gästen aus Politik und Verwaltung nahm
ebenfalls teil und trug mit ihren Redebeiträgen zu den Tagungsthemen bei.

In seinem Jahresbericht referierte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing über das Einsatzgeschehen
und ging auf die aktuellen feuerwehrpolitischen Themen ein. Bei 5.794 Einsätzen fiel auf, dass die Unwettereinsätze weiter zunehmen. Starkregen, Eisregen, Stürme und Hochwasser forderten die Einsatzkräfte
mehrfach im Jahr. Um Engpässe im Funkverkehr bei derartigen Lagen zu vermeiden, soll die Regionsleitstelle
die Feuerwehrführungen der Kommunen frühzeitig informieren und die an die örtlichen
Einsatzleitungen (ELO) weiterzugebenden Einsätze zügig disponieren, um die Kapazitäten zu entlasten.
Um bei Hochwassereinsätzen wie dem der Regionsfeuerwehrbereitschaften IV und V im Juli im Landkreis
Hildesheim effizienter zu sein, forderte die Regionsfeuerwehrführung eigene Arbeitsmittel zur Füllung
und Verladung von Sandsäcken. Erneut war auch die Ausbildungssituation an der NABK in Celle
Thema der Dienstbesprechung. Regionsbrandmeister Mensing erkannte die Fortschritte bei der Ausweitung
der Kapazitäten an, forderte aber auch die neue Landesregierung auf, den eingeschlagenen Kurs
konsequent fortzusetzen. Zu diesem Thema konnte Landesbranddirektor Jörg Schallhorn mitteilen, dass
der „Ausbau ohne Wenn und Aber“ vorangetrieben wird. Im gerade abgeschlossenen Koalitionsvertrag
wurden nach seinen Worten die geplanten Investitionen des zweiten Bauabschnittes mit rd. 40 Mio. €
(davon 20 Mio. € in 2018) festgeschrieben.

Auf Regionsebene werden die von der Volkshochschule Hannover Land 2017 erstmals durchgeführten Seminare für (angehende) Feuerwehrführungskräfte auch 2018 angeboten. Matthias Düsterwald berichtete von 70 Kameradinnen und Kameraden aus 17 Kommunen, die sich für schwierige Gesprächslagen, das Halten von Reden und Ansprachen, das Zeitmanagement vor dem Hintergrund ständig steigender Anforderungen, das Hineinwachsen in die Rolle als Vorgesetzter und die Lösung von Konflikten fortgebildet haben. Regionsbrandmeister Mensing avisierte weiter die Anschaffung von Küchenkraftwagen zur Verpflegung der Regionsfeuerwehrbereitschaften bei Katastropheneinsätzen sowie eines neuen Einsatzleitfahrzeuges (ELW 2) für die Bereitschaften. Für die Feuerwehrtechnische Zentrale in Ronnenberg forderte Mensing eine Neukonzeption ein. Die inzwischen 50 Jahre alten Gebäude werden den heutigen Anforderungen bei der Größe der Fahrzeughallen wie auch hinsichtlich der Ausbildungsräumlichkeiten nicht mehr gerecht. Schließlich ging Karl-Heinz Mensing auch noch auf die für 2018 geplante Einführung des Digitalfunks ein. Schwerpunkte sind dabei die geplante Endgeräteausschreibung, an der alle Kommunen der Region teilnehmen, und die Umsetzung eines Service- und Logistikkonzeptes, das u. a. einen „Gerätewagen Funkwerkstatt“ beinhaltet, der bei den Feuerwehren vor Ort die Programmierungen der Geräte vornehmen soll.

Auf die Mitgliederentwicklung in den niedersächsischen Feuerwehren und die Herausforderungen in den
Bereichen „Zivile Verteidigung“ (u. a. Terrorgefahren), „Katastrophenschutz“ (Hochwasser, Stürme etc.)
und die „Alltägliche Gefahrenabwehr“ (Brände, technische Hilfeleistungen usw.) ging Landesbranddirektor
Jörg Schallhorn in seinem Impulsvortrag „Die Feuerwehr zwischen Tradition und Zukunft – Standortbestimmung und Ausblick“ ein. Er kündigte an, dass die neue Koalition in Niedersachsen den Katastrophenschutz stützen wird, u. a. im Hinblick auf die erforderlichen Fahrzeugbeschaffungen. Jan-Frerk Mandel vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Hannover stellte Neuerungen im
Rahmen der Imagekampagne JA ZUR FEUERWEHR vor, zu denen die neue Website
www.Feuerwehr.Niedersachsen.de gehört. Thomas Wittschurky berichtet als Geschäftsführer der Feuerwehrunfallkasse Niedersachsen von neuen Konzepten für die Schulung von Sicherheitsbeauftragten und
von einer Ampelübersicht die zeigen soll, was Jugendliche in der Feuerwehr dürfen und was nicht. Zum
Thema Inklusion sagte Wittschurky, dass dies absolut kein Streitthema für die Unfallkasse sei. Mit der
Leitlinie „Man muss nicht alles machen und können“ kann im Einzelfall entschieden werden, in welchen
Bereichen Menschen mit Behinderung in der Feuerwehr und in den Kinder- und Jugendfeuerwehren mitmachen
können.

Zu den weiteren Referenten der Tagung gehörten Regionsausbildungsleiter Detlev Köllenberger, Regionssicherheitsbeaufragte Udo Reiche, der Leiter der Technischen Einsatzleitung Alfred Blume und die
Notfallseelsorger Tim Kröger und Matthias Stalmann, die Zahlen und Neuigkeiten aus ihren Arbeitsbereichen
vortrugen.

Eine Vorstellung der Tauchergruppen der Freiwilligen Feuerwehren der Region gehörte ebenso zum
Rahmenprogramm wie eine durchlaufende Präsentation von Einsatzbildern und Wettbewerbserfolgen der
Wehren. Feierlich beschlossen wurde die Tagung mit dem gemeinsamen Singen der Deutschen Nationalhymne,
begleitet vom Regionsorchester Hannover unter der Leitung von Hauptstabführer Pieter Sikkema,
das die Veranstaltung musikalisch umrahmte. Karl-Heinz Mensing bedankte sich nicht nur bei den
Musikerinnen und Musikern, sondern auch bei der Ortsfeuerwehr Landringhausen für die Versorgung mit
Getränken und einem kleinen Imbiss sowie der Region Hannover für die Räumlichkeiten und die organisatorische Unterstützung.

Text und Fotos: Armin Jeschonnek

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