19.08.2017 – Vorstellung der geplanten neuen Wettbewerbsbestimmungen

19.08.2017 – Vorstellung der geplanten neuen Wettbewerbsbestimmungen

Celle (LK Celle). Der LFV-Unterarbeitskreis (UAK) „Leistungswettbewerbe“ hat die wesentlichen Grundlagen für die neuen Wettbewerbsbestimmungen der Feuerwehren in Niedersachsen erarbeitet und im Rahmen einer landeszentralen Informationsveranstaltung am 19.08.2017 an der NABK in Celle vorgestellt.

Hier sind die aktuellen Informationen für Sie zum nachlesen und herunterladen.

Rund 80 Teilnehmer folgten der Einladung des LFV-NDS. Nach der Begrüßung durch Horst Busch (NABK) und Klaus-Peter Grote (LFV-Vizepräsident) stellte Klaus Wickboldt (Nds. MI) die Grundgedanken zu den neuen Wettbewerben vor.

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Grundgedanken

Den Mitgliedern des LFV-Unterarbeitskreises ist es durchaus sehr wichtig, dass die Attraktivität der Wettbewerbe für Zuschauer und Feuerwehren gesteigert werden soll. Bei der Auftragserledigung gibt es zukünftig Gestaltungsfreiheit , das bedeutet unter anderem, dass es keine vorgefertigten Einsatzbefehle mehr gibt. Der Wettbewerb wird in mehrere Module aufgeteilt. Die Übung ist sowohl für Löschstaffeln als auch für Löschgruppen geeignet.

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Weiterhin gibt es geringere Anforderungen an den Platz, so dass diese Wettbewerbe zentral auf einem „Marktplatz“ stattfinden können. Es wird keine Auslosung der zu besetzenden Positionen geben. Im Rahmen einer vordefinierten Anzahl dürfen bei Löschstaffeln bzw. Löschgruppen Personalwechsel vorgenommen werden.

Auf Stadt-, Gemeinde- und Kreisebene werden drei Pflichtmodule eingeführt. Für den „Regionalentscheid“ sind vier Module vorgesehen und beim Landesentscheid fünf Module. Anstatt auf Einzelfehler zu achten, steht die Bewertung der Zielerreichung im Vordergrund. Die erforderliche Größe ist im Modul „Löschangriff“ z.B. auf 10 x 40 Meter beschränkt. Die Anzahl der Wertungsrichter wird verringert. Die neuen Wettbewerbsrichtlinien werden praxisnah mit der Ausrüstung des vorhandenen Fahrzeuges abzuarbeiten sein.

Die Kameraden Andreas Mundt und Michael Möller, Mitglieder des LFV-UAK „Leistungswettbewerbe“, stellten die Module im Einzelnen vor.

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Modul 1 – Löschangriff

Grundlage für diese Übung ist die Feuerwehr-Dienstvorschrift 3. Die Übung kann, wie bereits erwähnt, als Löschstaffel bzw. Löschgruppe absolviert werden. Es sind keine Fragenkataloge als Sonderprüfung vorgesehen.

Angenommen wird ein Brand eines freistehenden Brandobjektes im Bereich einer Ortsdurchgangsstraße (zum Beispiel Mülltonne). Personen sind nicht gefährdet. Zeitvorgabe vier Minuten. Die Übung beginnt mit dem Überfahren der Startlinie und endet bei „Feuer aus!“.

Die Aufgaben für eine Gruppe werden dabei angemessen erweitert. Eine Zeitgutschrift beim Unterschreiten der Zeitvorgabe von vier Minuten ist nicht vorgesehen.

Einige Vorgaben sind für eine Bewertung unumgänglich. Der Unterarbeitskreis hat dafür folgende Punkte vorgesehen:

  • Aufbau der Wasserentnahmestelle „Unterflurhydrant“, auch für wasserführende Fahrzeuge,
  • Verkehrssicherung des Löschfahrzeuges und der Wasserentnahmestelle,
  • Wechsel eines B-Schlauches zwischen PFPN/FPN und Verteiler als Zeittakt.

Der Verteiler wird nach eigenem Ermessen gesetzt. Es muss mindestens 1 B-Länge zwischen Pumpe und Verteiler gelegt werden. Als Mindestvoraussetzung für das Abarbeiten dieser Übung wird 1 C-Rohr eingesetzt und zwischen Brandobjekt und Verteiler müssen 2 C-Längen verlegt werden.

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Modul 2 – Herstellen einer Saugleitung

Die Mitglieder der Wettbewerbseinheit müssen eine funktionsfähige Saugleitung aufbauen. Die Positionen werden frei wählbar besetzt. Bei diesem Modul stellt der Ausrichter die Gerätschaften (1 Zeitnahme-Einheit, 1 PFPN, 4 Saugschläuche mit festen Schnellkupplungsgriffen, 1 Saugkorb, 1 Halteleine und 1 Ventilleine).

Mit Betätigung der Zeitnahmeeinheit (z.B. Buzzer) beginnt und endet durch die/den Wassertruppführer/in. Der Wassertrupp kuppelt die Saugleitung und bringt Halte- und Ventilleine an. Der Schlauchtrupp unterstützt. Der Maschinist legt Saugkorb, Halte- und Ventilleine bereit und kuppelt die Saugleitung an.

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Modul 3 – Sicherer Umgang mit dem Fahrzeug

Dieses Modul besteht aus vier Teilübungen, die zügig hintereinander abgearbeitet werden müssen. Zunächst müssen im ersten Teil fünf Schlauchbrücken überfahren werden. Der/Die Maschinist/in muss alle Schlauchbrücken in einem Zuge ohne Korrektur überfahren. Dabei muss das Fahrzeug ständig in Bewegung bleiben.

Im zweiten Teil gilt es eine Fahrgasse, die mit Verkehrsleitkegeln gekennzeichnet ist, vorwärts zu befahren ohne die Leitkegel zu berühren. Das Anhalten und Zurücksetzen ist nicht gestattet. Die Gesamtstrecke beträgt 10 Meter.

Der dritte Teil der Fahrübung besteht darin, dass das Fahrzeug mit der vorderen Bereifung innerhalb einer Markierung stehen muss. Dabei dürfen die Linien nicht berührt werden. Hier gilt ebenfalls, dass das Zurücksetzen nicht erlaubt ist.

Zu guter Letzt fährt der Maschinist/die Maschinistin im vierten Teil rückwärts durch die Fahrgasse der Verkehrsleitkegel (Fahrübung 2). Dabei muss das Fahrzeug rückwärts in einem markierten Bereich eingeparkt werden. Der markierte Bereich befindet sich in einem Winkel von 90° zur Engstelle. In dieser Teilübung lässt sich die/der Maschinist/in von einem weiteren Mitglied der Wettbewerbsgruppe einweisen.

Die Teilübungen werden versetzt zueinander aufgebaut, daher ist das Befahren in einer Linie nicht möglich.

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Die einzelnen Module des Wettbewerbs wurden auf dem Außengelände der NABK dem Teilnehmerkreis praktisch vorgeführt. Hierbei wurde jedes Modul vorgeführt und durch den Kameraden Michael Möller, Mitglied des Unterarbeitskreises, entsprechend kommentiert und erklärt. Die Module 1 und 2 stellen dabei keine großen Neuerungen für die Feuerwehren dar.

Kamerad Marcus Peters, ebenfalls Mitglied des Unterarbeitskreises, stellte einen Ausblick vor. Weitere zukünftige Module könnten z. B. unter anderem die Themen „Technische Hilfeleistung“, „Atemschutz“ (ab Regionalentscheid denkbar), „Digitalfunk“, „BMA-Laufkarten“ und vieles mehr beinhalten.

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Nach dem theoretischen und praktischen Teil bekam der Unterarbeitskreis ein Feedback von den Teilnehmern. „Wir sind positiv überrascht“, so das Resümee zahlreicher Teilnehmer.

Kamerad Hartmut Specht (KFV Diepholz) unterbreitete den Vorschlag, die Wettbewerbe im Jahr 2018 auf Stadt/Gemeinde/Kreisebene, die Regionalentscheide 2019 und den Landesentscheid 2020 nach den neuen Richtlinien durchzuführen. Dieser Vorschlag fand sehr große Akzeptanz.

Einen Informations-Stand („Info-Point“) zu den neuen Wettbewerben wird es auch auf dem Landesentscheid am 10.09.2017 in Klein Meckelsen (LK Rotenburg/Wümme) geben.

Anregungen und Hinweise zu den vorgestellten neuen Wettbewerbsmodulen können vor Ort in Klein Meckelsen am benannten Informationsstand oder ebenfalls bis zum 10.09.2017 an den Referenten des LFV-NDS, Kamerad Maik Buchheister, per Email: buchheister@lfv-nds.de übermittelt werden.

Der LFV-NDS dankt der Wettbewerbsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hattendorf für die Unterstützung bei der praktischen Vorführung der geplanten neuen Wettbewerbsmodule am 19.08.2017 in Celle.

(Nerge)

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