300 Feuerwehrfrauen und -männer üben im Eichenbergtunnel

300 Feuerwehrfrauen und -männer üben im Eichenbergtunnel

Diekholzen (LK Hildesheim). Knapp 300 Feuerwehrfrauen und Männer waren zu einer Großübung am Eichenbergtunnel, im Bereich Sibbesse und Diekholzen, alarmiert. Die Schnellfahrstrecke (SFS) war hierfür von ca.22.30 Uhr bis ca. 5.00 Uhr gesperrt.

Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte von weiteren angrenzenden sieben Feuerwehren mit ihren Tanklöschfahrzeugen, da im Pendelverkehr die Wasserversorgung für die Einsatzstelle sicherzustellen war und um die Löschwasservorräte der beiden Rettungszüge (RTZ) – Hildesheim (Tunnel-Nordportal) und Kassel (Tunnel-Südportal) wieder aufzufüllen. Der RTZ aus Hildesheim war personell besetzt von der Stadt- und Berufsfeuerwehr Hildesheim. Der Rettungszug aus Kassel, besetzt mit Personal von der Stadt- und Berufsfeuerwehr Kassel, war im Vorfeld der geplanten Übung schon in der Nähe „geparkt“, da die reguläre Anfahrt von Kassel sonst zu lang gewesen wäre. Die RTZ verfügen jeweils über einen Wasservorrat von 20 Kubikmeter. Die RTZ waren ohne Notärzte, Sanitäts- und Rettungsdienstpersonal alarmiert, da es nur als „Brandbekämpfungsübung“ deklariert war.

Die Feuerwehren verlegten hierfür auch lange Förderstrecken. In Nähe der Einsatzstellen wurden Faltbehälter aufgestellt und befüllt, mit einem Fassungsvermögen von 4000 beziehungsweise 5000 Liter Wasser. Die Gesamt- Einsatzleitung war im Bereich des Rathauses in Diekholzen eingerichtet. Örtliche Einsatzleitungen standen an den Tunnelportalen. Die Übungsgrundlage für diesen Einsatz war die Brandbekämpfung eines mit Papier-Coils beladenen Güterwagen, der im Eingangsbereich des Tunnel-Nordportals zum Stehen gekommen war. Eine einsatztaktische Vorgabe bei Einsätzen an der SFS der Bahn ist die „Einbahnstraßenregelungen“ für sämtliche Einsatzfahrzeuge (SB). Grund dafür ist, dass die Wald- sowie Wirtschaftswege zu den Tunnelportalen und vorhandenen Rettungsplätzen sehr eng und teilweise nur naturbelassen ausgebaut sind. Ein Begegnungsverkehr ist nicht möglich. Da die SFS mit 15.000 Volt Hochspannung führenden Oberleitungen ausgebaut ist, muss im Einsatzfall der Notfallmanager der Bahn entsprechende Freigaben zum Betreten der Bahnanlagen erteilen. Hier hat es im Zusammenhang mit dem Eintreffen des Hildesheimer Rettungszuges eine erhebliche Verzögerung gegeben.

Die komplett ausgerüsteten Feuerwehrkräfte konnten die Tunnelbereiche zur Brandbekämpfung und damit die Strecke zunächst nicht betreten, da die Freigabe nicht erteilt war. Hier wird noch Aufklärungsarbeit nötig, warum die Anfahrt des in Hildesheim stationierten Rettungszuges sich verzögert hat, so Kreisbrandmeister Josef Franke.

Unter seiner Regie wurden Pressevertreter und Gäste an die „Einsatzbereiche“ in Sibbesse und Diekholzen begleitet. Übungsbeobachter waren unter anderen die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann (LK Hildesheim) und der Referatsteilleiter Brandschutz im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, Klaus Wickboldt. Die zum 1. November 2021 neugewählten Bürgermeister, Hans-Jürgen Köhler aus Sibbesse und Matthias Bludau aus Diekholzen, verschafften sich schon mal einen Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren. Die kalte Nacht war erst im frühen Morgen beendet, wobei der Versorgungszug des Landkreises Hildesheim für Getränke und einen Imbiss sorgte. Kreisbrandmeister Franke signalisierte, dass nach Vorlage sämtlicher Dokumentationen eine Nachbereitung erfolgen wird.

Ein besonderer nächtlicher Kraftakt für die eingesetzten Feuerwehren, denen ausdrücklich für ihr Engagement gedankt wurde. Zum Eigenschutz der Feuerwehrfrauen und -männer waren Mitglieder vom ASB-Rettungsdienst vor Ort.

Text und Foto: Sinai, Kreispressewart

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