Lüsche/Bakum (Lk Vechta) – Zur Vertreterversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes e.V. (OFV) kamen am Samstag zahlreiche Delegierte, Feuerwehrführungskräfte sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft im Gasthof Evers in Bakum-Lüsche zusammen. OFV-Verbandsvorsitzender und Regierungsbrandinspektor Udo Schwarz eröffnete die Versammlung um 14 Uhr und begrüßte neben den Feuerwehrkameradinnen und Kameraden auch zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, die Landtagsabgeordneten Christoph Eilers, Lukas Reinken und Jens Nacke sowie Vertreter aus Verwaltung, Polizei und Feuerwehrwesen.
Zu Beginn gedachte die Versammlung der verstorbenen Feuerwehrkameraden. Stellvertretend nannte Schwarz die verstorbenen Ehrenmitglieder Gerd Wendte, Dr. Fritz Hardach und Hans-Hermann Wilkens.
In ihren Grußworten würdigten Landrat Tobias Gerdesmeyer, MdB Silvia Breher, NLBK-Präsident Dr. Christian Kielhorn und Vizepräsident des LFV, Gerd Diekena die wichtige Arbeit der Feuerwehren im Oldenburger Land.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand der ausführliche Jahresbericht von Udo Schwarz. Dabei wurde deutlich, dass der Verband im Jahr 2025 weitergewachsen ist. Die Gesamtmitgliederzahl stieg von 16.024 auf 16.146 Mitglieder. Besonders positiv entwickelte sich der Nachwuchsbereich: Die Jugendfeuerwehren zählen inzwischen 2.397 Mitglieder, die Kinderfeuerwehren 818. Auch die Altersabteilungen verzeichneten einen leichten Zuwachs. Schwarz betonte, dass diese Zahlen die Attraktivität des Feuerwehrwesens im Oldenburger Land unterstreichen.
Ein besonderes Ereignis des vergangenen Jahres war das 21. OFV-Zeltlager in Delmenhorst mit über 1.200 Jugendlichen und rund 100 Betreuenden. Neben Wettbewerben und Freizeitangeboten habe das Lager vor allem Gemeinschaft und Begeisterung für die Feuerwehr vermittelt.
Auch das Einsatzgeschehen wurde vorgestellt. Mit 12.589 Einsätzen blieb die Gesamtzahl nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Allerdings nahmen insbesondere Klein-, Mittel- und Großbrände deutlich zu. Gleichzeitig gingen die technischen Hilfeleistungen leicht zurück. Schwarz machte deutlich, dass anspruchsvollere Brandlagen erheblich mehr Personal, Material und Nachbereitung erfordern und somit auch die Feuerwehrtechnischen Zentralen und kommunalen Haushalte stärker belasten.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Ausbildung. Die Zahl der Lehrgänge stieg von 572 auf 668. Insgesamt nahmen 2.534 Feuerwehrangehörige an Aus- und Fortbildungen teil. Besonders hervorgehoben wurden die Realbrandausbildung und das Fahrsicherheitstraining des OFV. Die Rauchdurchzündungsanlage absolvierte 19 Trainingstage mit 372 Teilnehmern, beim Fahrsicherheitstraining wurden an 20 Tagen insgesamt 238 Feuerwehrangehörige geschult.
Zudem berichtete Schwarz über Fortschritte in den Bereichen Atemschutz, Digitalisierung und Führungsunterstützung. Gleichzeitig sprach er die Herausforderungen durch die Reduzierung von Microsoft- und Teams-Lizenzen an, die den Verband organisatorisch vor große Probleme gestellt hätten. Dennoch habe man die Situation gemeinsam bewältigen können.
Auch die Zusammenarbeit mit Kommunen, Polizei, Versicherungen und Nachbarverbänden hob Schwarz hervor. Besonders die Einführung einer neuen Dienstanweisung für Kreisfeuerwehren und Kreisbrandmeister in mehreren Landkreisen sei ein wichtiger Schritt für klare Zuständigkeiten und moderne Verwaltungsstrukturen gewesen.
Im Rahmen der Versammlung standen zudem Wahlen und Ehrungen auf der Tagesordnung. Nach dem Rücktritt von Thomas Gerken wurde Gerhard Ammermann einstimmig zum Sprecher des Arbeitskreises Wettbewerbe gewählt.
Für besondere Verdienste ehrte der Oldenburgische Feuerwehrverband mehrere Personen und Unternehmen.
Die Firma Suding Beton- und Kunststoffwerk GmbH erhielt die Plakette „Partner der Feuerwehr“.
HFM Tim Schrand wurde mit dem Jugendabzeichen des OFV in Bronze ausgezeichnet.
Christina Reiners-Zirk erhielt die Verdienstmedaille in Silber des OFV
Der Stellv. Verbandsvorsitzender des Oldenburgische Feuerwehrverband und Kreisbrandmeister Frank Hattendorf die Ehrenmedaille des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes.
Nach dem Kassenbericht durch Verbandsgeschäftsführer Christian Rhein wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenfalls einstimmig erfolgte die Wahl der neuen Kassenprüferinnen und Kassenprüfer: Viola Rabold aus Wilhelmshaven sowie Gemeindebrandmeister Heiko Bruns aus Wiefelstede, beide nahmen die Wahl an.
Zum Abschluss richtete der stellvertretende Vorsitzende Klaus Fischer eindringliche Worte an die Versammlung. Er dankte allen ehrenamtlichen Kräften, den Arbeitskreisen sowie den Partnern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Feuerwehr bedeute Verantwortung, Zusammenhalt und Verlässlichkeit, gerade in einer Zeit wachsender Herausforderungen. Mit großem Applaus endete anschließend die Vertreterversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes 2026.
Text und Bild: Thomas Giehl – Leiter Öffentlichkeit im Oldenburgischen Feuerwehrverband










