Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Harburg

Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Harburg

Garstedt, Lk Harburg. Seit über eineinhalb Jahren beherrscht die Corona-Pandemie das öffentliche Leben. Auch die Feuerwehren des Landkreises Harburg waren und sind davon stark betroffen. Dies machte der Bericht des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Harburg und Kreisbrandmeisters Volker Bellmann deutlich, den er am Sonnabend, den 11. September 2021 während der Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes in der Sporthalle der Garstedter Aue-Grund-Schule vortrug. „Die Menschen erwarten von uns, dass wir alle Lagen beherrschen, doch dafür müssen wir fundiert ausgebildet sein und uns ständig weiterbilden und üben“, so Bellmann. Doch genau dieses war den Feuerwehren lange Zeit durch die bestehenden Verordnungen und Erlasse nicht möglich. Umso mehr freute es den Verbandsvorsitzenden, dass aufgrund des mit allen Stadt- und Gemeindebrandmeistern sowie den Verwaltungen abgestimmten Planes, die Einsatzbereitschaft der 107 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises zu keiner Zeit gefährdet war. Alle Einsätze konnten fachgerecht abgearbeitet werden.

Er freute sich besonders, dass die Mitgliederzahlen der Einsatzabteilungen entgegen der Befürchtungen während der Pandemie nicht gesunken sondern sogar noch angestiegen sind. Mit 5021 Mitgliedern sind im Landkreis Harburg erstmals über 5000 Frauen und Männer im Brandschutz aktiv.

Einen besonderen Dank richtete Bellmann an Landrat Rainer Rempe sowie Jan Bauer vom DRK und Alexander Jansen von der Johanniter Unfall-Hilfe. Nach Freigabe der Impfpriorisierungsstufe3, der auch die Feuerwehren angehören, konnten in einer eng abgestimmten Aktionen zwischen Kreisverwaltung, Feuerwehren und Impfzentren über 3000 Feuerwehrleute innerhalb weniger Tage geimpft werden.

Bereits kurz nach den Zweitimpfungen konnte so die Ausbildung auf Kreisebene vollumfänglich wieder aufgenommen werden.

Der Kreisverbandsvorsitzende ging in seinem Bericht auch auf die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein. Auch der Landkreis Harburg bereitet sich auf Großschadenlagen vor. Dazu gehören regelmäßige Übungen des Katastrophenstabes, Weiterbildungen und die Vorhaltung erforderlicher Gerätschaften. Trotzdem werde man die Erkenntnisse aus den Ereignissen im Südwesten des Landes genau auswerten und daraus seine Schlüsse ziehen und eventuell erforderliche Maßnahmen einleiten.

Volker Bellmann mahnte in diesem Zusammenhang die anwesenden Mitglieder des Bundestages Svenja Stadler und Michael Grosse-Bröhmer, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass der Landkreis Harburg bei der ergänzenden Ausstattung des Bundes für den Brand- und Zivilschutz weiterhin berücksichtigt werde. Ein zwischenzeitlich 33 Jahre altes Löschfahrzeug sei inzwischen abgängig und müsse dringend ersetzt werden.

Er begrüßte weiterhin das Engagement des Landes Niedersachsen bei der Beschaffung von speziellen Tanklöschfahrzeugen für die Waldbrandbekämpfung, kritisierte aber gleichzeitig, dass zunächst eine zweijährige Erprobungsphase für entsprechende Fahrzeuge gestartet worden sei. In anderen Bundesländern wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern sei man hier bereits viel weiter und habe die Beschaffung der Fahrzeuge bereits eingeleitet.

Bei den Einsatzzahlen verzeichnete man im vergangenen Jahr einen Rückgang um etwa zehn Prozent. Zu 2344 Einsatzstellen wurden 3364 Feuerwehren alarmiert.

Die Mitgliederzahlen der Jugend- und Kinderfeuerwehren blieben stabil, obwohl auch hier starke Einschränkungen des Übungsbetriebes durch die Pandemie zu bewältigen waren. Zudem konnten auch die geplanten Kreiszeltläger nicht stattfinden. Besonders erfreulich war jedoch der erste Platz der Jugendfeuerwehr Wesel beim Bundesentscheid in Xanten/NRW noch vor Ausbruch der Pandemie.

Der Kreisverbandsvorsitzende Volker Bellmann bedanke sich anschließend bei den Feuerwehren Garlstorf und Gödenstorf/Oelstorf, die sich bereit erklärt hatten, anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens den Kreisfeuerwehrtag auszurichten. Er bedauerte, dass dieser aufgrund der aktuellen Lage ohne die feierliche Verpflichtung der Anwärter und ohne die Wettbewerbe durchgeführt werden musste.

Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Volker Bellmann

Aufgrund der Absage der letztjährigen Delegiertentagung standen in diesem Jahr mehr Wahlen als üblich auf der umfangreichen Tagesordnung. Der Verbandsvorsitzende Volker Bellmann sowie seine Stellvertreter Torsten Lorenzen und Sven Wolkau wurden durch die Delegierten für weitere drei Jahre einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Ebenfalls einstimmig erfolgte die Wiederwahl von Kassenwart Michael Boer, Schriftführer Dieter Tschorschke, Kinderfeuerwehrwartin Melanie Schumann sowie ihres Stellvertreters Christian Schröder. Auch die Kreisstabführerin Andrea Meyn und ihre Stellvertreterin Nadja Soetbeer wurden von der Versammlung einstimmig bestätigt.

Neu im Amt des Kreispressewartes ist hingegen Mathias Wille aus Garlstorf. Er löst Matthias Köhlbrandt ab, der nach 16 Jahren nicht zur Wiederwahl antrat. Unterstützt wird der Pressewart zukünftig von seinen Stellvertretern Oliver Weiß aus Buchholz und Lutz Wreide aus Drage. Ebenfalls neu im Amt des Kreisbrandschutzerziehers ist Olaf Bruhn aus Neu-Wulmstorf der Burkhard Fenske ablöst.

Landrat Rainer Rempe bedankte sich bei der kürzlich wiedergewählten Führung der Kreisfeuerwehr. Auch er ging in seinem Grußwort ausführlich auf die Folgen der Corona-Pandemie ein. Die Durchführung der konzertierten Impfaktion für die Feuerwehren sei für ihn selbstverständlich gewesen. Durch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kreis, DRK, JUH und Feuerwehren konnte diese in kürzester Zeit organisiert und abgewickelt werden. Der Landrat kündigte an, dass man die Erfahrungen aus den Katastrophengebieten im Westen der Republik genau analysieren und ggf. einen Ausbau der Katastrophenschutz-Infrastruktur im Landkreis vornehmen werde.

Die Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler (SPD) und Michael Grosse-Bröhmer (CDU) dankten den Feuerwehren für ihren Einsatz für den Bürger. „Angesichts der Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz wird deutlich, wie wichtig die professionelle Hilfe der ehrenamtlichen Katastrophenschützer ist“, so Grosse-Bröhmer.

Text und Fotos, Mathias Wille, Kreispressewart Harburg

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