Fachbereich Brandschutzeriehung und Brandschutzaufklärung

Brandschutzaufklärung für Menschen mit Behinderung

All den Brandschutzerziehern, die sich mit dieser Gruppe von Menschen mit einer Behinderung in der Brandschutzerziehung beschäftigen sei schon mal vorab gedankt. Für die Brandschutzerzieher, die sich zukünftig mit der Thematik beschäftigen möchten, sei gesagt: Habt Mut und nehmt euch die Zeit und ihr werdet auf viele dankbare Personen treffen, die von euch etwas lernen wollen.

Erfahrungsbericht des Kreisbrandschutzerziehers, Uwe Banach, des KFV Diepholz

Als mein inzwischen 18 Jahre alter Sohn geboren wurde, wog er 1020 Gramm und hatte multiple Einschränkungen. Die Ärzte sagten dass er keine Chance hat und bald sterben wird. Ich war damals noch nicht Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und hatte auch nicht den Hauch einer Ahnung was Brandschutzerziehung bedeutet und wie wichtig sie ist.

Seit dem hat sich vieles geändert, mein Sohn ist im Februar 18 Jahre geworden, lebt mit seiner Mutter und Geschwistern in der Nähe von Glücksstadt, ab August wird er dann in einer betreuten Werkstatt arbeiten.

Ich selber bin seit 12 Jahren Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Stuhr im Landkreis Diepholz. Vor sieben Jahren wurde ich angesprochen ob ich nicht Lust hätte unsere Brandschutzerzieherin zu ersetzen und kümmere mich seit dem um die Brandschutzerziehung, inzwischen auch im gesamten Landkreis Diepholz als Orts-, Gemeinde- und Kreisbrandschutzerzieher.

In der Präambel zum Grundgesetz steht:

„Artikel 3 (3) Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden!“

Wir sind Feuerwehr, jeder Mensch, ob Kind, Erwachsener, Senior, Mitbürger mit Migrationshintergrund oder Menschen die Erkrankt sind oder ein Handicap haben, wählen den Notruf 112 und bekommen in kürzester Zeit Hilfe.

 

Mehr Sicherheit auch für Menschen mit Handicap

Woher kennen diese Menschen die Rufnummer? Sie wird ihnen meist von den Eltern, Oma oder Opa beigebracht. In unserer Zeit ist diese Aufgabe aber uns Brandschutzerziehern mehr und mehr zugefallen, da unsere Arbeit im Kindergarten schon beginnt. Häufig wird dabei die Gruppe der Kinder mit Handicap übersehen, das liegt nicht an uns sondern daran das die pädagogische Förderung dieser Kinder oft kein Platz für unsere Arbeit lässt. In unserer heutigen Zeit mit vielen neuen Projekten leben diese Menschen aber nicht nur in Heimen sondern später vielleicht auch in Wohngruppen oder allein. Deswegen sind wir gefordert auch für diese Zielgruppe Inhalte zu entwickeln um ihr Leben sicher zu machen.

Ich möchte sie bitten sich dieser Aufgabe zu stellen und sich darauf einzulassen. Sie werden Zeit brauchen um eigene Konzepte und Vorgehensweisen zu entwickeln, weil jede Gruppe dieser Menschen eine andere Art und Umfang von Einschränkungen hat. Sie werden Zeit brauchen um Vertrauen aufzubauen und um Inhalte zu vermitteln. Erfolg wird schwer Messbar sein. Auf der anderen Seite werden ihnen Kinder und Erwachsene gegenüber stehen die ihnen vertrauen ohne Einschränkungen, die sie für ihren besten Freund halten und die ihnen dankbar sind dafür, dass sie sich ihre wertvolle Zeit nehmen, sie als normales Mitglied dieser Gesellschaft akzeptieren und ihnen ermöglichen selbstständig zu sein. Es macht spaß und ist fesselnd mit diesen Menschen zu arbeiten. Sie werden viele Überraschungen erleben und es wird auch Ihr Leben bereichern.

Wir sind Feuerwehr, im Notfall und in der Präventionsarbeit für alle Menschen da!

Zurück zur Übersicht
zurück

Navigation