Richtlinien - Vorwort

Feuerwehr-Musikwesen im Landesfeuerwehrverband Niedersachsen e.V .

Seit etwa Mitte der 60er Jahre befasst sich der Landesfeuerwehrverband Niedersachsen (LFV-NDS) intensiv auch mit der Organisation, der Struktur und der Ausbildung der inzwischen über 340 Feuerwehr-Spielmanns- und -Musikzüge in den Feuerwehren im Lande Niedersach­sen und schaffte dafür eigens auch das Amt eines ,,Referenten für das Feuerwehrmusikwesen im LFV-NDS“.

Es konnte nicht nur eine zunehmende Zahl von neugebildeten Feuerwehr-Spielmanns- und Musikzügen und ein steigendes Interesse an der Feuerwehrmusik allgemein festgestellt wer­den, sondern damit verbunden auch gewisse Problematiken, die Mitgliedschaft in einem musiktreibenden Zug einer Freiwilligen Feuerwehr mit den Vorschriften des Nds. Brandschutz­gesetzes in Einklang zu bringen. Aber auch die allgemeinen musikalischen Anforderungen sind ständig gestiegen und damit verbunden und einhergehend auch verstärkt die musikalische Aus- und Fortbildung. Probleme ergaben sich vor allem dahingehend, dass nach dem Nds. Brand­schutzgesetz der Zwang bestand, dass Feuerwehrmusikerinnen und -musiker neben ihrem musikalischen Dienst auch aktiven Feuerwehrdienst zu leisten haften. Dies wurde dann zuneh­mend auch ablehnend und teilweise nur widerstrebend hingenommen.

So mussten immer wieder – vor allem auf der örtlichen Ebene – Kompromisse geschlossen werden. Probleme ergaben sich insbesondere in den Feuerwehren zwischen den aktiven Mitgliedern, dem Kommando und den musiktreibenden Zügen, wenn es um Beförderungen ging. Hier standen die Regelungen des Brandschutzgesetzes und der dazu erlassenen Verord­nungen, insbesondere hinsichtlich der Laufbahnen und Dienstgrade, den Forderungen und Wünschen der Feuerwehrmusikerinnen und -musiker auf Anerkennung ihrer musikalischen Leistungen für die Feuerwehr und damit entsprechender Beförderungen und Verleihung von Dienstgraden kontrovers gegenüber.

Nach langen Verhandlungen des LFV-NDS mit dem Nds. Innenministerium war es schließlich im Jahre 1986 gelungen, erstmalig und im Einvernehmen mit dem Nds. Innenministerium „Richtlinien über 1.Funktionsbezeichnungen und Ausbildungsvoraussetzungen sowie 2. Funktionsabzeichen für Feuerwehrmusiker“ des LFV-NDS durchzusetzen, die am 01.06.86 in Kraft getreten sind. Diese Richtlinien wurden dadurch bekräftigt, indem das Nds. Innenministerium mit Bekanntmachung v. 25.06.86 den Gebietskörperschaften, in deren Bereich Feuerwehrmusik betrieben wird, empfahl, die Richtli­nie des LFV-NDS anzuwenden.

Mit diesen neuen Richtlinien bestand erstmalig auch die Möglichkeit, durch besondere Funktionsbezeichnungen und Funktionsabzeichen den Feuerwehrmusikerinnen und -musikern u.a. mit verschiedenfarbigen Symbolen der „Lyra“ sowie Umrandungen und zusätzlichen Merkmalen von Ärmelabzeichen eine gewisse musikmäßige „Beförderung“ zuteil werden zu lassen, wenn aufgrund mangelnder Voraussetzungen eine feuerwehrmäßige Beförderung nicht oder nicht mehr möglich war.

Allerdings enthielten auch diese Richtlinien weiterhin Bestimmungen in Anlehnung an das Nds. Brandschutzgesetz, mit der Forderung nach Ableistung des Grundausbildungslehrganges und regelmäßiger Teilnahme am Ausbildungs- und Übungsdienst in der Einsatzabteilung der Feuerwehren. Es ergaben sich im zunehmenden Maße Schwierigkeiten und Probleme aufgrund dieser strengen Bestimmungen in Anbindung an das Brandschutzgesetz Feuerwehr-Spiel­manns- und -Musikzüge zu erhalten, sodass in den letzten Jahren verstärkt der Ruf nach angemessener Änderung gesetzlicher Bestimmungen, aber auch der Musikrichtlinien des LFV-­NDS den traditionellen Erhalt von Feuerwehr-Spielmanns- und -Musikzügen sicherzustellen, zumal inzwischen zahlreiche Musikerinnen und Musiker bereit waren, als Mitglieder einer Feuerwehr Musikdienst zu leisten, jedoch keinen aktiven Einsatzdienst.

Daher wurden seit 1988 Bestrebungen eingeleitet, eine Verbesserung zu Gunsten der Feuer­wehrmusikerinnen und -musiker zu schaffen.

Mit der Änderung der Verordnungen des Feuerwehrwesens im Lande Niedersachsen, nämlich der Verordnung über den Eintritt in den Dienst, die Gliederung nach Dienstgraden und die Übertragung von Funktionen bei den FF im Lande Niedersachsen, der Verordnung über die Mindeststärke, die Gliederung nach Funktionen und die Mindestausrüstung der FF im Lande Niedersachsen sowie der Verordnung über die Dienstkleidung, die Dienstgradabzeichen und die persönliche Ausrüstung der Mitglieder der FF im Lande Niedersachsen v. 21.09.93, die am 01.10.93 in Kraft getreten sind, aber auch vor allem durch die Neufassung des Musters einer Satzung für Freiwillige Feuerwehren in Gemeinden und Samtgemeinden im Lande Niedersach­sen, das mit Runderlass des Nds. Ml v. 20.01.94 veröffentlicht wurde, wurden die besonders von der Feuerwehrmusik gewünschten Erleichterungen rechtlich und damit die Grundlage für eine angemessene und erforderliche Änderung bzw. Ergänzung der Musikrichtlinien des LFV­NDS geschaffen.

Aber auch etliche Erfahrungen aus der musikalischen Ausbildung wurden aufgegriffen und bearbeitet, sodass es insgesamt Ende 1994 möglich war, den Entwurf einer neuen Richtlinie über Funktionsbezeichnungen, Ausbildungsvoraussetzungen und Funktionsabzeichen für Feuerwehrmusikerinnen und Feuerwehrmusiker im LFV-NDS auszuarbeiten.

Aufgrund der Anregungen, Wünsche und Forderungen der Feuerwehrmusikerinnen und -musiker, ihrer Fachvertreter, aber auch der LFV-Mitgliedsverbände konnte der erarbeitete Richtlinienentwurf in Übereinstimmung und im Einvernehmen mit dem Nds. lnnenministerium erstellt werden, sodass der Vorstand des LFV-NDS in seiner Sitzung am 27. Januar 1995 die nun in dieser Broschüre abgedruckte Richtlinie verbindlich beschlossen hat, die am 01. April 1995 in Kraft getreten ist.

Das Nds. Innenministerium hat mit Bekanntmachung v. 05.04.95 die neugefasste Richtlinie über Funktionsbezeichnungen, Ausbildungsvoraussetzungen und Funktionsabzeichen für Feuer­wehrmusikerinnen und Feuerwehrmusiker den Gebietskörperschaften, in deren Bereich Feuer­wehrmusik betrieben wird, zur Anwendung empfohlen.

Mit dieser neuen Richtlinie, die jetzt vorliegt, wurde weitestgehend den Realitäten und der Praxis des Feuerwehrmusikwesens in den Spielmanns- und Musikzügen in den Feuerwehren in

Wir hoffen und wünschen, dass mit den Bestimmungen dieser Richtlinie ein maßgeblicher Beitrag zum Erhalt und der Stärkung des Feuerwehrmusikwesens innerhalb unseres Verban­des geleistet wird und diese Richtlinie auch zufriedenstellend Anwendung findet.

Wir danken den Mitgliedern des Arbeitskreises „Feuerwehrmusik“ im LFV-NDS, den Bezirks- und Kreisstabführern sowie dem Referat 35 im Nds. Ml für die gute, vertrauensvolle und einvernehmliche Arbeit zur Erstellung dieser neuen Musikrichtlinie des LFV-NDS.

Hannover, im Oktober 1995

– Fritz Meyer –
Landesverbandsvorsitzender Landesfeuerwehrverband Niedersachsen e.V.

– Christian Henke –
Referent für das Feuerwehrmusikwesen im LFV-Nds

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