Richtlinien - Funktionsbezeichnungen und Ausbildungsvoraussetzungen

Funktionsbezeichnungen und Ausbildungsvoraussetzungen

1.1 Grundlagen

1.1.1 Mitglieder eines musiktreibenden Zuges der Feuerwehr müssen Mitglieder einer Feuerwehr sein. Sie bilden gem. § 12 des Musters einer Satzung für Freiwillige Feuerwehren in Städten, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen – Runderlass des Nds. lnnenministeriums vom. 20.01.1994 (Nds. MBI S. 204) – die Abteilung ,,Feuerwehrmusik“.
1.1.2 Die Mitgliedschaft in der Abteilung ,,Feuerwehrmusik“ ist an besondere Voraussetzungen nicht gebunden. Mitglied können auch Bewerberinnen und Bewerber werden die ihren Wohnsitz nicht in der Gemeinde haben. Die Mitglieder dieser Abteilung leisten keinen Feuerwehr-Einsatzdienst.
1.1.3 Mitglieder eines musiktreibenden Zuges tragen bei Ausübung dienstlicher Tätig­keiten Dienstkleidung nach Anlage 1 oder 2 der VO über die Dienstkleidung, die Dienstgradabzeichen und die persönliche Ausrüstung der Mitglieder der Freiwilli­gen Feuerwehren im Lande Niedersachsen vom 21.09.1993 – DienstkleidungsVO­FF – (Nds. GVBI. S. 369) in der jeweils gültigen Fassung.
Mitglieder eines musiktreibenden Zuges, die keinen aktiven Feuerwehrdienst im Sinne des §11 des Nds. Brandschutzgesetzes (NBrandschG) leisten, tragen bei Ausübung dienstlicher Tätigkeiten Dienstkleidung gem. DienstkleidungsVO-FF ohne Dienstgradabzeichen nach Anlage 6 Abschnitt 1, jedoch mit Funktionsabzei­chen gem. dieser Richtlinie.
Aktive Mitglieder der Feuerwehr, die gleichzeitig Mitglieder eines musiktreibenden Zuges der Feuerwehr sind, können ein auf die Mitgliedschaft in diesem Zug hin­weisendes Abzeichen (Feuerwehrmusikerinnen und Feuerwehrmusiker: Lyra auf den Schulterstücken; Feuerwehrspielleute: Schwalbennester) sowie Funktionsab­zeichen gem. dieser Richtlinie tragen.
Auf der Dienstkleidung können Gemeinde- oder Kreiswappen als Ärmelab­zeichen getragen werden.
1.1.4 Für Mitglieder eines musiktreibenden Zuges, die ausschließlich Feuerwehrmusik leisten und daneben keinen Feuerwehr-Einsatzdienst wahrnehmen, ist gem. § 4 Abs. 4 der Verordnung über den Eintritt in den Dienst, die Gliederung nach Dienst­graden und die Übertragung von Funktionen bei den Freiwilligen Feuerwehren im Lande Niedersachsen vom 21.09.1993 – DienstgradVO-FF – (Nds. GVBI. S. 362) die Verleihung eines Dienstgrades nicht zulässig. Feuerwehrmusikerinnen und -musiker die keinen aktiven Feuerwehr-Einsatzdienst im Sinne des §11 NBrandschG leisten, tragen grundsätzlich keine Dienstgradabzeichen. Vor dem 01.10.1993 (Inkrafttreten der DienstgradVO-FF) verliehene Dienstgrade bleiben unberührt.
1.1.5 Voraussetzung für die Aufnahme in einen musiktreibenden Zug ist die Bereitschaft zur musikalischen Ausbildung (soweit nicht vorhanden) und die Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme am Dienst des musiktreibenden Zuges.
1.1.6 Über die Aufnahme entscheidet das Ortskommando entsprechend der Satzung der Freiwilligen Feuerwehr. Erst nach dem Abschluss der musikalischen Grundschulung, frühestens jedoch nach einem Jahr, kann eine dieser Richtlinie entsprechende Verleihung einer Funktionsbezeichnung der Feuerwehrmusik erfolgen.
1.1.7 Bei den Bewerbern aus Berufsorchestern (Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Polizei u.ä.) muss anhand von Zeugnissen, Dienstbescheinigungen und derglei­chen sowie nach Beurteilung des musikalischen Leiters des musiktreibenden Zuges im Einvernehmen mit dem für die Verleihung der Funktionsbezeichnung zuständigen Feuerwehrführers eine Einstufung nach dieser Richtlinie erfolgen.
1.1.8 Grundsätzlich sind bei Aufnahme in die Abteilung Feuerwehrmusik und die Verlei­hung einer Funktionsbezeichnung und eines Funktionsabzeichens der Feuerwehrmusik die nach dieser Richtlinie vorgesehenen Stufen bezüglich der Verleihung einer höheren Funktionsbezeichnung einzuhalten; bei den Bewerbern gem. 1.1.7 dieser Richtlinie und bei Bewerbern, die eine entsprechende qualifizierte musikali­sche Ausbildung an Musikschulen und anderen anerkannten Einrichtungen nach­weisen, kann von der Einhaltung der Reihenfolge abgewichen und eine erstmalige Einstufung nach dem musikalischen Leistungsstand bzw. dem Nachweis der erbrachten Voraussetzungen für die einzelnen Funktionen erfolgen.
1.1.9 Zur fachlichen und organisatorischen Betreuung der musiktreibenden Züge kön­nen bestellt werden:

a) Ortsmusikzugführerin / Ortsmusikzugführer [1] b) Stadt- bzw. Gemeindemusikzugführerin / Stadt- bzw. Gemeindemusikzugführer
c) Kreisstabführerin / Kreisstabführer bzw. Kreismusikzugführerin / Kreismusikzug­führer
d) Bezirksstabführerin / Bezirksstabführer
e) Referentin / Referent für das Feuerwehrmusikwesen im LFV-NDS

Ortsmusikzugführerinnen / Ortsmusikzugführer, Stadt- bzw. Gemeindemusikzugfüh­rerinnen / Stadt- bzw. Gemeindemusikzugführer und Kreismusikzugführerin­nen / Kreismusikzugführer sollen über musikalische Grundkenntnisse verfügen.
Bezirksstabführerinnen / Bezirksstabführer und die Referentin / der Referent für das Feuerwehrmusikwesen im LFV-NDS sollen als musikalische Ausbildung den Besuch des ,,C1“-Lehrganges oder gleichwertige Kenntnisse nachweisen.

[1] gilt entsprechend für Spielmanns- und Fanfarenzüge

1.2 Übersicht der Funktionsbezeichnungen

BezeichnungAusbildung
1. Feuerwehrmusikerin-Anwärterin / Feuerwehrmusiker-Anwärter
2. Feuerwehrmusikerin / FeuerwehrmusikerMusikalische Grundschulung
3. Oberfeuerwehrmusikerin / OberfeuerwehrmusikerErfolgreich abgeschlossener Lehrgang D1 oder gleichwertige Kenntnisse
4. Hauptfeuerwehrwehrmusikerin / HauptfeuerwehrmusikerErfolgreich abgeschlossener Lehrgang D2 oder gleichwertige Kenntnisse
5. Registerführerin / RegisterführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang D3 oder gleichwertige Kenntnisse
6. Oberregisterführerin / OberregisterführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang C1 oder gleichwertige Kenntnisse
7. Hauptregisterführerin / HauptregisterführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang C1 oder gleichwertige Kenntnisse und Registerführerfunktion
8. Stabführerin / StabführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang C2 oder gleichwertige Kenntnisse
9. Oberstabführerin / OberstabführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang C3 oder gleichwertige Kenntnisse
10. Hauptstabführerin / HauptstabführerErfolgreich abgeschlossener Musikschullehrgang C3 oder gleichwertige Kenntnisse und mindestens eine musikalische Funktion [2]

[2] z.B. Ausbilder, Wertungsrichter, Dirigent oder Stabführer als musikalische Leite

1.3 Ausbildungsvoraussetzungen und Bestellungszuständigkeit

1.3.1 Ausbildung

a) FEUERWEHRMUSIKER-ANWÄRTERIN UND -ANWÄRTER:
– Voraussetzung zum Eintritt in einen musiktreibenden Zug der Feuerwehr bzw. die Abteilung ,,Feuerwehrmusik“: Mitgliedschaft in der Feuerwehr oder Bewerbung bei einer Feuerwehr als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr bzw. Abt. ,,Feuerwehrmusik“ mit Angab des ge­wünschten Musikinstrumentes und evtl. vorhandener musikalischer Kenntnisse.
b) MUSIKALISCHE GRUNDAUSBILDUNG FÜR ANFÄNGERINNEN UND ANFÄNGER:
– Grundbegriffe der elementaren Musiklehre
b.1) INSTRUMENTALE GRUNDSCHULUNG:
Kurze Instrumentenlehre über das gespielte Musikinstrument, Körperhaltung, Atemtechnik, Ansatz, Tonbildung und einfache Übungen zur Gehörbildung sowie Einübung kleiner einfacher Musikstücke.
Abschluss der musikalischen Ausbildung durch interne Beurteilung durch die musikalische Leiterin / den musikalischen Leiter bzw. die Ausbildern / den Ausbilder.
b.2) FESTSTELLUNG DES  MUSIKALISCHEN AUSBILDUNGSSTANDES BEI FORT­GESCHRITTENEN BEWERBERNINNEN UND BEWERBER:
Der musikalische Ausbildungsstand wird durch die musikalische Leiterin / den musikalischen Leiter und / oder Ausbilderin / Ausbilder festgestellt. Daraufhin kann eine entsprechende Einstufung erfolgen.
Bezüglich der internen Funktionen wird auf die Tabelle zu Ziffer 1.2 dieser Richtli­nie verwiesen.

1.3.2 Grundsätzliches zur Ausbildung

Für die Lehrgänge der Leistungsstufe ,,D1“, ,,D2“ und ,,D3“ gelten die Stoffpläne und Prüfungsanforderungen der ,,Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikver­bände e.V.“ (BDBV) in der jeweils gültigen Fassung.
Für die Lehrgänge der Qualifikationsstufe ,,C1“, ,,C2“ und ,,C3“ gelten die Stoffpläne und Prüfungsanforderungen der BDBV in der jeweils gültigen Fassung.
Für die Prüfung der Qualifikationsstufe ,,C3“ gelten zusätzlich die ,,Prüfungsordnung für Dirigenten und Stabführer“ der Musikschulen in der Bundesrepublik Deutschland

1. Für die Gruppe der Musikerinnen / Musiker (Nr.1-4 der Übersicht):
auf Vorschlag der M/S/F[3]-zugführerin / des M/S/F-Zugführers nach Anhörung der Gemeindebrandmeisterin / des Gemeindebrandmeisters: die Ortsbrandmeisterin / der Ortsbrandmeister

2. Für die Gruppe der Registerführerinnen / Registerführer (Nr. 5-7 der Übersicht) und die Gruppe der Stabführerinnen / Stabführer (Nr. 8-10 der Übersicht):
auf Vorschlag der M/S/F-zugführerin / des M/S/F-zugführers und der Ortsbrandmeiste­rin / des Ortsbrandmeisters nach Anhörung der Kreisstabführerin / des Kreisstabführers- oder der Kreismusikzugführerin / des Kreismusikzugführers: die Stadt- bzw. Gemeindebrandmeisterin / der Stadt- bzw. Gemeindebrandmeister

3. Für die Gruppe der Ortsmusikzugführerinnen / Ortsmusikzugführer auf Vorschlag der Mitglieder des MZ/SZ/FZ nach Anhörung der Gemeindebrandmeisterin / des Gemeindebrandmeisters:
die Ortsbrandmeisterin / der Ortsbrandmeister

4. Für die Gruppe der Stadt- bzw. Gemeindemusikzugführerinnen / Stadt- bzw. Gemeindemusikzugführer:
auf Vorschlag der Ortsmusikzugführerinnen / Ortsmusikzugführer und nach Anhörung der Ortsbrandmeisterinnen / der Ortsbrandmeister und der Kreisstabführerin / des Kreisstabführers oder der Kreismusikzugführerin / des Kreismusikzugführers die Stadt- bzw. Gemeindebrandmeisterin / der Stadt- bzw. Gemeindebrandmeister

5. Für die Kreisstabführerin / den Kreisstabführer oder die Kreismusikzugführerin / den Kreismusikzugführer
auf Vorschlag der M/S/F-zugführerinnen / der M/S/F-zugführer des Landkreises / der kreisfreien Stadt und nach Anhörung der Gemeindebrandmeisterinnen / Gemeinde­brandmeister: die Kreisbrandmeisterin / der Kreisbrandmeister

6. Für die Bezirksstabführerinnen / Bezirksstabführer:
auf Vorschlag der Kreisstabführerinnen / Kreisstabführer. und Kreismusikzugführerin­nen / Kreismusikzugführer des jeweiligen Bezirkes und nach Anhörung bzw. Zustim­mung der Versammlung der zuständigen Bezirksebene des LFV-NDS: die Vorsitzende des LFV-NDS / der Vorsitzende des LFV-NDS

7. Für die Referentin / den Referenten für das Feuerwehr-Musikwesen im LFV-NDS:
auf Vorschlag der Kreisstabführerinnen / Kreisstabführer und Kreismusikzugführerin­nen / Kreismusikzugführer auf Landesebene und nach Anhörung des Vorstandes des LFV-NDS: die Vorsitzende des LFV-NDS / der Vorsitzende des LFV-NDS

[3] ,,M“ = Musikzug, „S“ = Spielmannszug, „F“ = Fanfarenzug

1.3.4 Amtszeit

Die Amtszeit der Funktionsträgerinnen / Funktionsträger gem. der Ziffern 3-7 der Ziff. 1.3.3 richtet sich nach der jeweils gültigen Satzung des Zuständigkeitsbereiches.

[1] gilt entsprechend für Spielmanns- und Fanfarenzüge

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