Lüchow-Dannenberg führt Feuerwehr-Dienstausweis ein

Lüchow-Dannenberg führt Feuerwehr-Dienstausweis ein

Landkreis (hbi) Der Kreisfeuerwehrverband führt in diesem Jahr in Abstimmung mit der Kreisfeuerwehr und den Samtgemeinde-Feuerwehren einen einheitlichen Feuerwehr-Dienstausweis für alle ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Lüchow-Dannenberg ein. In erster Linie soll mit dem Feuerwehr-Dienstausweis das Ehrenamt Feuerwehr gestärkt werden.
Schon heute gibt es bundesweit über 200 Unternehmen, die Vergünstigungen für Feuerwehrleute anbieten. Um in den Genuss dieser Vergünstigungen zu kommen, ist es häufig erforderlich, dass sich die Kameradinnen und Kameraden entsprechen legitimieren können. Es geht aber um weitaus mehr, als um einen günstigeren Handy-Tarif.
„Mit dem Feuerwehr-Dienstausweis schaffen wir die Möglichkeit für alle Einsatzkräfte, sich als solche ausweisen zu können. Gerade das vergangene Jahr, als es um die priorisierte Impfung für Feuerwehrangehörige ging oder sogar nächtliche Ausgangsbeschränkungen drohten, machte die Notwendigkeit eines entsprechenden Dokumentes deutlich“ erläutert Kreisbrandmeister Claus Bauck die Beweggründe für dieses Projekt.
Schaut man über die Landkreis- und Landesgrenzen hinaus, gibt es ihn bereits in vielen verschiedenen Varianten: Der Feuerwehrdienstausweis. Bis zuletzt hatte man auf eine landesweite Lösung aus dem Innenministerium in Hannover gehofft, denn dort hatte man bereits vor mehr als 10 Jahren einen landesweit einheitlichen Feuerwehr-Dienstausweis angekündigt. In dem Strategiepapier „Einsatzort Zukunft“ aus dem Jahre 2019 wird eben dieser Dienstausweis als Instrument zur Stärkung des Ehrenamtes als kurzfristig umzusetzende Maßnahme vorgeschlagen. Ob, wann und in welcher Form dieser Ausweis kommt, ist bislang noch nicht bekannt.
Kreisfeuerwehr-Sprecher Heiko Bieniußa wollte nicht mehr länger warten, denn auch in der von ihm konzipierten und nachweislich erfolgreichen Image-Kampagne „112 Prozent Ehrenamt“ spielt die Wertschätzung und Stärkung des Ehrenamtes Feuerwehr eine elementare Rolle. „Es hat durchaus einen gewissen Charme, dass wir nun unseren eigenen Dienstausweis einführen. Dadurch, dass es wirklich UNSER Ausweis ist, erhoffe ich mir eine stärkere Identifikation der Kamerad:innen mit der Freiwilligen Feuerwehr für Lüchow-Dannenberg“ weiß er die Vorteile zu schätzen.
Die eigene Lösung birgt noch einen weiteren erheblichen Vorteil: die Kosten. Insgesamt investierte der Kreisfeuerwehrverband 3.000 EUR in dieses Projekt, bis zu 5.000 Dienstausweise sind mit diesem Rahmen abgedeckt. Davon wurden jedoch über 80% gefördert. Ganze 2.500 EUR zweckgebundene Fördermittel stellte die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt den Lüchow-Dannenberger Brandschützern zur Verfügung.
Über 400 Dienstausweise wurden bereits gedruckt und werden in Kürze an die Kameradinnen und
Kameraden ausgegeben. Ziel ist es, bis Jahresende alle Feuerwehrleute mit einem Ausweis ausgestattet zu haben.
„Damit schaffen wir die Möglichkeit, dass auch die Kommunen und Unternehmen den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten im Landkreis etwas zurückgeben. Unsere Kameradinnen und Kameraden sind rund um die Uhr bereit, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden – diese Leistung darf gerne honoriert werden“ formuliert Bauck eine deutliche Forderung.
Bislang gibt es Vergünstigungen, wie bspw. ermäßigter Freibad-Eintritt nur für Inhaber der sog. Ehrenamtskarte, diese Ehrenamtskarte ist aber mit Anforderungen verbunden, die nicht jeder Feuerwehrmann, jede Feuerwehrfrau erfüllen kann.

 

Foto (L.-M. Erichsen): Kreisbrandmeister Claus Bauck (links) und Pressesprecher Heiko Bieniußa mit ihren neuen Dienstausweisen.

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