TEL (Technische Einsatzleitungen) Emsland trainieren Stabsarbeit anhand eines simulierten Bahnunglücks

TEL (Technische Einsatzleitungen) Emsland trainieren Stabsarbeit anhand eines simulierten Bahnunglücks

Sögel (LK Emsland) – Wie wichtig eine strukturierte und effektive Stabsarbeit bei Großschadensereignissen ist, habe sich bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gezeigt, sagte Dozent Jürgen Kettler zum Auftakt einer Weiterbildung der drei emsländischen TEL/IuK-Einheiten (Technische Einsatzleitungen/Information und Kommunikation) im Feuerwehrausbildungszentrum der FTZ Sögel. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff laufen seit einiger Zeit unter Federführung des Landkreises und der im Katastrophenschutz tätigen Organisationen auf vielen Ebenen Weiterbildungsmaßnahmen und Übungen für die eingesetzten Stäbe.

Eine besondere Bedeutung komme dabei auch den in allen drei Brandschutzabschnitten implementierten TEL/IuK-Einheiten zu. Nach den derzeit laufenden Basisschulungen werde es später eine großanlegte Übung auf Kreisebene geben. Anfang des kommenden Jahres würden neben dem vorhandenen Einsatzleitwagen (ELW) 2 zwei weitere Einsatzleitkomponenten auf Abrollbehältern bereitgestellt. Die Weiterbildungsmaßnahmen werden fachlich begleitet von Jürgen Kettler, der als Freier Dozent und Gastdozent an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler tätig ist. Kettler ging auf die Einsatztätigkeiten bei der Flutkatastrophe ein und machte deutlich, dass ohne eine geordnete Stabsarbeit die Koordination der Hilfsmaßnahmen unmöglich sei. Man habe viele Erkenntnisse sammeln können. Eine wichtige Erfahrung sei, dass durch den teilweisen Ausfall des Digitalfunknetzes und Mobilfunknetzes die Kommunikation innerhalb der Hilfsorganisationen erheblich einschränkt worden sei. Grundlage für die Stabsübung der emsländischen TEL-Mitglieder unter Leitung von Ewald Paßlick (Abschnitt Süd) und Hermann Hackmann (Nord) war ein Zugunglück mit mehreren hundert Verletzten im Meppener Bahnhof. Im Übungsszenario wurde die Entgleisung eines Personenzuges und der Ausbruch eine Brandes im Bahnhofsgebäude simuliert.

Nachdem gemeinsam die grundsätzlichen Zuständigkeiten der Führungsebenen der Stadt, der zuständigen Feuerwehr Meppen und der Kreisfeuerwehr erarbeitet worden waren, wurden die Aufgaben der TEL formuliert. Dazu gehörten unter anderem die Koordination der technisch-taktischen Maßnahmen, die Bildung von Einsatzschwerpunkten und die Ordnung des Raumes sowie Koordination und Versorgung der Einsatzkräfte. Die Stabssachgebiete S 1 bis 6 (Personal, Lage, Einsatz, Logistik, Presse-/Medienarbeit, Information/ Kommunikation) stellten dann ihre Einsatzbereitschaft her. Dazu gehörte auch die Herrichtung des Ausbildungsraumes und die Bereitstellung der Kommunikationsmittel. Für den Ernstfall steht in der FTZ neben dem Einsatzleitwagen 2 neuerdings auch ein sogenannter Stabsraum zur Verfügung. Nachdem die Gruppe S 2 (Lage) die vorliegenden Daten ausgewertet hatte, fand die erste Lagebesprechung statt. Es wurden dann die taktische Planung erstellt und die Aufgaben, an die die zuständigen Sachgebiete verteilt. Dabei zeigte sich, dass die vorhandene TEL-Struktur bereits eine gute Basis für die Abarbeitung bot. Jürgen Kettler unterstützte und ergänzte die Arbeit mit praktischen Tipps und Hinweisen. Er wies darauf hin, dass die vorausschauende Planung ein wichtiges Element der Stabsarbeit sei. Eine Fortsetzung der Weiterbildung in einem zweiten Teil ist vorgesehen.

Text und Bilder: Lambert Brand

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