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Holtensen (Stadt Göttingen) - Am 14. März 2026 fand die inzwischen vierte Fortbildungsveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen e.V. statt. Erstmals richtete sich das Angebot gezielt an Führungskräfte der Kinder- und Jugendfeuerwehren. Rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung in die Mehrzweckhalle in Holtensen. Begrüßt wurden sie durch den stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Albert Bürmann sowie von der Kreis- Kinder- und Jugendfeuerwehrwartin Michaela Facca-Warnecke.

Ziel der Fortbildungsreihe ist es, praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, das in regulären Lehrgängen häufig keinen Platz findet. Gleichzeitig soll eine Plattform geschaffen werden, die den Austausch fördert und neue Impulse für die Arbeit vor Ort bietet.

Den Auftakt bildete der Vortrag „Motivation, Führung und Engagement in der Kinder- und Jugendfeuerwehr“ von Dr. Angela Daalmann (Anda GmbH Consulting – Coaching – Empowerment). Im Mittelpunkt standen die Anforderungen und Erwartungen der Generationen Z und Alpha. Daalmann zeigte auf, wie sich gesellschaftliche Veränderungen auf die Nachwuchsarbeit auswirken und welche Bedeutung Mitbestimmung, Respekt sowie die Vereinbarkeit von Schule, Freizeit und Engagement haben. Während die Generation Z (Jahrgang 1996–2012) mit digitalen Medien aufgewachsen ist und Themen wie Sicherheit, Umweltbewusstsein und flexible Lebensgestaltung betont, gilt die Generation Alpha (ab Jahrgang 2012) als erste vollständig digital sozialisierte Generation.

Neben theoretischen Impulsen vermittelte die Referentin konkrete Werkzeuge zur Motivation und Konfliktbewältigung. In praxisnahen Rollenspielen reflektierten die Teilnehmer typische Situationen aus dem Feuerwehralltag und entwickelten Handlungsansätze für ihre eigene Führungsarbeit. Die gewonnenen Erkenntnisse lieferten wertvolle Anregungen für eine zeitgemäße Nachwuchsarbeit.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stand das Thema „Kindeswohlgefährdung“ im Fokus. Die Referentinnen Karen Funke und Anne Jeschina von der Niedersächsischen Kinder- und Jugendfeuerwehr führten zunächst in die rechtlichen Grundlagen ein und verdeutlichten anhand aktueller Zahlen die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Demnach wurden im Jahr 2024 bundesweit rund 73.000 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Den größten Anteil machten Vernachlässigungen (ca. 58 %) aus, gefolgt von psychischer Misshandlung (ca. 36 %), körperlicher Gewalt (ca. 27 %) und sexuellen Übergriffen (ca. 6 %).

Ziel des Vortrags war es, die Führungskräfte für mögliche Anzeichen zu sensibilisieren, ohne dabei vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Neben Hinweisen für den regulären Dienstbetrieb wurden auch spezifische Situationen, etwa im Rahmen von Zeltlagern, thematisiert. Anhand von Fallbeispielen diskutierten die Teilnehmer gemeinsam, wie mögliche Gefährdungslagen erkannt und angemessen bewertet werden können.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Andreas Teune zog am Ende der Veranstaltung ein durchweg positives Fazit. Auch aus dem Teilnehmerkreis wurde die Fortbildung sehr gut aufgenommen. Insbesondere der Praxisbezug und die Relevanz der Themen wurden hervorgehoben. Zugleich wurden bereits weitere Veranstaltungen dieser Art angeregt.

Ein besonderer Dank gilt Stefan Lindel, Fachbereichsleiter „Lehrgänge“ der Kreisjugendfeuerwehr Göttingen, für die Organisation der Referenten sowie die Unterstützung bei der Durchführung vor Ort. Ebenso wurde der Ortsfeuerwehr Holtensen für die Bereitstellung der Infrastruktur und Bewirtung gedankt. Für die Verpflegung sorgte der Logistikzug des THW aus Holzminden, der die Teilnehmer mit einem warmen Mittagessen versorgte.

 

Bilder M. Facca u. M. Lahrsow
Text: Pressewart KFV Göttingen M. Lahrsow