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Die Haselünner Feuerwehrfrau Lena Leigers hat in ihrer Eigenschaft als Fachbereichsleiterin Brandschutzerziehung der Kreisfeuerwehr Emsland ein Konzept für diese Aufgabe entwickelt

Haselünne (LK Emsland) - Die Brandschutzerziehung für Kinder ist ein zentraler Bestandteil der frühzeitigen Sicherheitsbildung. Sie vermittelt nicht nur Wissen über die Gefahren von Feuer, sondern stärkt auch das verantwortungsbewusste Verhalten im Alltag. Kinder sind von Natur aus neugierig und können Risiken oft noch nicht richtig einschätzen – genau hier setzt die Brandschutzerziehung an.

Durch altersgerechte Aufklärung lernen Kinder, wie Feuer entsteht, warum es gefährlich ist und wie sie sich im Notfall richtig verhalten. Dazu gehören einfache, aber lebenswichtige Regeln wie das Absetzen eines Notrufs, das Erkennen von Fluchtwegen oder das richtige Verhalten bei Rauchentwicklung. Diese Kenntnisse können im Ernstfall entscheidend sein und Leben retten.

Darüber hinaus fördert die Brandschutzerziehung das Selbstvertrauen der Kinder. Sie fühlen sich sicherer, weil sie wissen, was zu tun ist, und verlieren die Angst vor Feuerwehr und Einsatzkräften. Gleichzeitig lernen sie, Gefahren zu vermeiden und verantwortungsvoll mit Feuerquellen wie Kerzen oder elektrischen Geräten umzugehen.

Nicht zuletzt tragen Kinder ihr frisch erworbenes Wissen in die Familie und sprechen über Gelerntes im Alltag. So wird das Sicherheitsbewusstsein in Haushalten insgesamt gestärkt. Eine frühzeitige und kontinuierliche Brandschutzerziehung leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschenleben und zur Entwicklung eines nachhaltigen Gefahrenbewusstseins.

Die Feuerwehrfrau Lena Leigers von der Feuerwehr Haselünne hat dieses auch erkannt und führt Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Schulen durch. Vor Kurzem wurde sie in der Kreisfeuerwehr Emsland zur Fachbereichsleiterin Brandschutzerziehung ernannt. In dieser Funktion steht sie den einzelnen Feuerwehren des Emslandes mit ihrem Fachwissen zur Verfügung und berät zu diesem Thema. In den ersten Einheiten dieser Maßnahmen unterstützt sie auch vor Ort die ausbildenden Kameradinnen und Kameraden.

Lena Leigers hat ein eigenes Konzept entwickelt, welches auf den Lehrinhalten beruht, die sie auf verschiedenen Fortbildungen erworben hat. Neben diesem Fachwissen bringt sie aber auch eine ganze Menge Spaß und Freude an der Arbeit mit den Kindern mit ein. Sie arbeitet in vier Bausteinen, welche aufeinander aufbauen. 

Ihre Erfahrungen mit der Feuerwehr können die Kinder am ersten Tag berichten. Sei es nun vielleicht ein Einsatz zu Hause oder in der Nachbarschaft oder ein Besuch der Feuerwehr beim Tag der offenen Tür – viele Kinder können hier schon einiges erzählen. Dann geht es um die richtige Abgabe eines Notrufes im Notfall. Die Notrufnummer 112 wird mit Hilfe von Liedern oder auch anderen Hilfsmitteln eingeprägt. 

Am zweiten Tag wird gebastelt und erzählt. Es werden ein Feuerwehrfahrzeug und auch Feuerwehrmitglieder dargestellt und damit die einzelnen Aufgaben erläutert. Im Anschluss erzählt die Feuerwehrpuppe Kalle den Kindern, wie man richtig eine Kerze mit einem Streichholz anzündet und wie man sicher damit umgeht. Dadurch lernen die Kinder aber auch, dass dieses wohl eher den Erwachsenen überlassen werden sollte.

Am dritten Tag dürfen die Kinder unter einem Fühltuch Ausrüstungsgegenstände erraten. Einiges wissen sie dann schon und können stolz Dinge erklären. Lena Leigers zieht sich dann vor den Augen der Kinder die Einsatzbekleidung an und erklärt diese. Auch ein Atemschutzgerät wird angelegt und die Kinder verlieren damit auch ein wenig die Angst, denn die Geräusche dieses Gerätes und dann auch die Stimme des Feuerwehrmitgliedes klingen schon eigenartig.

Am Tag vier geht es dann in das Feuerwehrhaus. Hier können die Kinder einmal die Fahrzeuge bestaunen und viele Sachen ausprobieren. Es ist erstaunlich, wieviel Wissen sie sich in den Tagen zuvor schon angeschafft haben. Es gibt dann am Ende noch eine Tüte mit einer Urkunde und noch anderen kleinen Dingen.

Für Lena Leigers ist es eine Herzensaufgabe. „Die Arbeit mit den Kindern macht mich glücklich“, sagt die Feuerwehrfrau aus Haselünne. „Das Strahlen in den Kinderaugen ist für mich mein Lohn.“

 

Text und Bilder: Jens Menke - Fachbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit