Friedeburg – Am Mittwoch, 18. März 2026, fand im Feuerwehrhaus in Friedeburg die Kreisbrandmeister-Dienstbesprechung für den Bereich Ostfriesland und ELBOS statt. Zahlreiche Führungskräfte der Feuerwehren kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu beraten, personelle Entscheidungen zu treffen und sich über zentrale Themen des Brand- und Katastrophenschutzes auszutauschen.
Zu Beginn der Sitzung begrüßten Regierungsbrandmeister Erwin Reiners und Regierungsbrandmeister Matthias Rötger die anwesenden Gäste, darunter Landrat Holger Heymann, den Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg Hellfried Goetz, den Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) Dr. Christian Kielhorn, den Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Olaf Kapke, Kreisbrandmeister Friedhelm Tannen sowie Regierungsbrandmeister Udo Schwarz.
Nach der Genehmigung der Niederschrift folgten Grußworte aus Politik und Feuerwehrführung.
Der Landrat lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden und betonte, dass der Landkreis Wittmund hinter seinen Feuerwehren stehe und stolz auf alle Einsatzkräfte sei.
Bürgermeister Hellfried Goetz entschuldigte sich für die Baustellensituation im Bereich des Feuerwehrhauses, wo derzeit Pflasterarbeiten durchgeführt werden. Das Feuerwehrhaus Friedeburg sei in den vergangenen Jahren stetig renoviert worden. Besonders würdigte er die Arbeit von Erwin Reiners, der „nie seine Basis verlassen“ habe, und sprach im Namen der Gemeinde und des Rates seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.
Dr. Christian Kielhorn begrüßte ebenfalls alle Anwesenden und bedankte sich ausdrücklich bei RBM Erwin Reiners und RBM Matthias Rötger für deren engagierte Arbeit, dies sei in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Er wünschte der Versammlung gute und zukunftsweisende Entscheidungen.
Olaf Kapke vom LFV sprach die neue Feuerwehrdienstverordnung an, bei der derzeit noch Nachjustierungen erfolgen. Zudem verwies er auf die kommende Interschutz, die ein echter „Eyecatcher“ werden dürfte.
Klaus Wickbold bedankte sich für die Einladung und überbrachte die besten Grüße von Landesbranddirektor Dieter Rohrberg.
Personelle Veränderungen und Wahl des Regierungsbrandmeisters ELBOS
Ein zentraler Tagesordnungspunkt waren personelle Veränderungen sowie die Wahl des Regierungsbrandmeisters für den Aufsichtsbereich ELBOS.
Personelle Veränderungen in Ostfriesland:
- KBM Landkreis Aurich: Uwe Behrends (Nachfolger von Dieter Hellmers)
- Stellv. KBM Landkreis Aurich: Stefan Fisser (Nachfolger von Uwe Behrends)
- Abschnittsleiter Aurich Süd: Marco Päben (Nachfolger von Karl Töpfer)
- Stellv. Abschnittsleiter Aurich Süd: Hellmers (Nachfolger von Mario Eilers)
Personelle Veränderung in Osnabrück:
- Stellv. Amtsleiterin Berufsfeuerwehr Osnabrück: Kirsten Eisenhauer (Nachfolgerin von Heiko Schnitker)
Auf eigenen Wunsch endet die Amtszeit von RBM Matthias Rötger (ELBOS) am 31. Mai 2026.
Zum Wahlleiter wurde einstimmig Oliver Voss vorgeschlagen und bestätigt. Als Wahlvorschlag für das Amt des RBM ELBOS wurde Andreas Wentker benannt. Er wurde einstimmig zum neuen RBM für den Bereich ELBOS gewählt.
Aktuelles aus dem Innenministerium und dem NLBK
Kamerad Klaus Wickbold informierte über aktuelle Entwicklungen aus dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres (MI). Zunächst wurden personelle Veränderungen beim NLBK bekanntgegeben. Ein Schwerpunkt war die Brandschutzbedarfsplanung des Landes, hier stehen Grundlagenermittlung, Konzeptentwicklung sowie Abfragen zu Feuerwehrbedarfsplänen auf Landkreisebene im Fokus.
Auch die Umsetzung von Verfahren im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) wurde thematisiert. Geplant ist unter anderem die digitale Beantragung von Feuerwehrehrenzeichen für besondere Dienste sowie die Abstimmung der Verfahren, gegebenenfalls im Abgleich mit FeuerON.
Im Bereich des erweiterten Katastrophenschutzes wurde berichtet, dass die Zuweisung von LF-KatS an Niedersachsen derzeit nicht vorgesehen ist. Die Zuweisung eines SW-KatS ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Zudem wurden Informationen zu den Standorten Loy (Neubau eines Bettenhauses) sowie Celle-Scheuen (Technikzentrum und feuerwehrtechnische Zentrale) vorgestellt.
Christian Schnieders vom NLBK stellte das Fachmodul Hochleistungsförderpumpensystem (FM HFS: KatS-StAN NDS 010-3) vor. Dieses verfügt über 40 F-Schläuche à 50 Meter (gesamt 2.000 Meter), ermöglicht einen Aufbau bei bis zu 30 km/h in rund 30 Minuten und einen Rückbau mit Schlauchaufnahme in etwa zwei Stunden.
Katastrophenschutz, Ausbildung und Fachthemen
Dezernent Pascal Drewes berichtete aus dem Katastrophenschutz. Ein Schwerpunkt war die Vegetationsbrandbekämpfung sowie das Konzept „Luftgebundene Einsatzunterstützung zur Brandbekämpfung“ (FM VEG: KatS-StAN NDS 010-2). Zu den Fähigkeiten in der Luft zählen der Aufbau eines Landeplatzes, die Befüllung von Bambi-Buckets mittels Flextank (36 m²) oder Befüllrohr, die Beratung der Einsatzleitung sowie gesicherte Hubschrauberkapazitäten.
Am Boden stehen unter anderem Waldbrandtools, Feuerpatschen, Löschrucksäcke, 750 Meter D-Schlauch mit 14 D-Strahlrohren, 180 Meter C-Schlauch, 300 Meter B-Schlauch, Verteiler, Übungsstücke, Stauhilfe, Schmutzwasserpumpe, Stromerzeuger, Beleuchtungs- und Markierungsmaterial sowie Motorkettensäge zur Verfügung. Auch der Feuerwehrflugdienst wurde thematisiert.
Aus der Akademie des NLBK berichtete Dr. Christian Kielhorn, dass die Ausbildungskapazitäten um 13 Prozent gesteigert werden konnten. Der Gruppenführer- sowie der Verbandsführerlehrgang standen besonders im Fokus. Zudem wurde ein Gutachten mit dem Titel „Wie viel Ausbildung braucht die Feuerwehr?“ in Auftrag gegeben. Zwei Sitzungen fanden bereits statt, das Ergebnis wird Mitte 2027 erwartet.
Tammo Keck von der Landwirtschaftlichen Brandkasse überbrachte ebenfalls Grußworte. Er berichtete unter anderem über den Brand des HAWO in Moordorf und gab Einblicke in aktuelle Themen der Brandkasse.
Praxis, Unfallkasse und Einsatznachbereitung
Für besonderes Interesse sorgte eine Außenvorführung der Feuerwehr Wiesmoor, die ihren Löschtraktor präsentierte, ein Spezialfahrzeug für Einsätze in schwer zugänglichem Gelände.
Marion Holzkamp informierte über aktuelle Themen der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK). Im vergangenen Jahr wurden 2.433 Unfälle im Bereich der Feuerwehr registriert, glücklicherweise ohne sehr schwere Verläufe. Die FUK informiert zudem über einen eigenen Instagram-Account über aktuelle Entwicklungen.
Ein wichtiges Thema war die Kombination von Atemanschlüssen und Druckluftflaschen mit Pressluftatmern unterschiedlicher Hersteller. Bei Neubeschaffungen sei darauf zu achten, dass für das Komplettgerät eine Konformitätserklärung des Herstellers vorliegt. Bei Baugruppen-Beschaffungen müssen sowohl für neue als auch für weiterverwendete Baugruppen entsprechende Konformitätserklärungen vorliegen, zudem muss der Hersteller diese Kombination ausdrücklich zulassen.
Fragen aus den Kreisfeuerwehren wurden im Anschluss zügig beantwortet.
Fachlich vertieft wurde die Dienstbesprechung durch einen Einsatzvortrag der Feuerwehr Emden zum Thema „Dachstuhlbrand in Emden“. Dabei wurden Einsatztaktik, besondere Herausforderungen sowie gewonnene Erkenntnisse anschaulich dargestellt.
Neben dem offiziellen Programm bot eine gemeinsame Mittagspause Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.
Die Veranstaltung stand insgesamt im Zeichen eines konstruktiven Dialogs, wichtiger personeller Entscheidungen und der gemeinsamen Verantwortung für einen leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz in Ostfriesland und im ELBOS-Bereich.
Text und Bild: Thomas Giehl - Bezirkspressewart im Bereich Weser-Ems












